Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

7

reki. Heinrich bestärkte sich in diesem Gedanken undsetzte hinzu: Er wolle, daß der Antrag durch niemandals durch Ihn geschehe, und werde eine schickliche Zeitdazu nehmen. Dies that Er denn auch beynahe un-verzüglich.

Lesdiguieres und Crequy war§n nicht schwerzu bereden. Ich kann sogar sagen, daß die Ungeduld,mit welcher sie bey mir die Abschließung dieser Sachebetrieben, nicht eher rastete, bis sie alle Artikel desEhevertrags nicht nur festgesetzt sondern auch unterzeich-net sahen. Ich kann auch mit Wahrheit sagen, daßsie in Ansehung der Bedingungen meinerseits keineSchikane fanden. Ich wollte mir zärtliche Freunde,noch eher als nahe Verwandte machen; und in den fol-genden Jahren fiel nichts vor, das mich nicht in dem Ge-danken bestärkt hätte, daß ich mir diese Beruhigung wirk-lich verschafft habe. Ich dachte aber fceylich nicht daran,daß diese Jahre für mich eine Zeit des Ruhms und desGlücks waren. Sie ist vorüber; diese Freunde sind mitmeiner Fürstengunst verschwunden. Mit meinem Glückwaren auch diese Verwandte voll Ehrerbietung weg!Was sage ich? Es konnte meinem und meines SohnesUnfall sogar auch nicht an Ursachen fehlen, tausendfachdie unglücklichste aller Verbindungen zu 'verwünschen.Daß ich nicht die Gabe besaß in den Herzen zu lesen!Doch, vielleicht habe ich dem Himmel für meinen Jrr-thum und meine Leichtgläubigkeit zu danken. DieVersuchung, der ich mich kurz darauf ausgesetzt sah,würde sonst vielleicht meinem Gewissen zu groß wor-den scyn.

' Qbschon die beschlossene Ehe nicht sogleich vollzo-gen wurde (z), weil wir die Zeit dazu der BestimmungSr Majestät überließen, so betrachtete ich doch vondem Augenblick an das Band, daß die Crequy's mitmeinem Hause verband als unauflöslich; und war so

A 4 sehe