Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

6

lvn und Crequy ich haben wollte, «m so mehr also UN»1er den Töchtern der reichsten Partiküliers im Reiche,falls ich große Reichthümer einem großen Namen vor-ziehen wollte. Dicß war einer der Hauptpunkte jener ,langen und ernsthaften Unterredung, die ich im vorigenJahr mit Sr Majestät in dem Bücherkabinet hatte,und von welcher ich das, was ich davon enthüllen darf,bis auf schickliche Gelegenheiten aufgehoben habe»Heinrich fragte mich: was ich für Absichten mit mei-nem Sohn hatte, und was an dem allem wäre, wasEr davon reden hörte? Ich gestand Ihm, es sep wahr,man habe mir in Ansehung aller dieser Partien An-träge gekhan, die einen Ehrsüchtigen wohl hatten ver-blenden können; ich habe aber nichts darauf crwiedert,als daß ich, nur aus der Hand Sr Majestät, eineGattin für meinen Sohn empfangen würde und müßte.

Der König bezeugte mir, daß Er mir diese Ant-wort und diese Gesinnungen sehr Dank wisse, eröffne-te sich mir dann ganz, und sagte: zwey Dinge würdenIhm bey mir gleich unangenehm seyn. Das eine wä-re, wenn ich eine MißheUrath treffen würde, da ich dochwisse, wie sehr es Ihm zuwider fty, sehen zu müssen,wie sein vornehmster Adel sein edles Blut mit bürger-lichem und gemeinem vermische. Eben so würde Er esansehen, wenn ich mir dagegen auf der andern Seitein den Kopf setzte, eine Gemahlin ans dem HauseBourbon, Lothringen oder gar Bouillon zu wählen.Von den fünf Mädchen also, von denen man für Ros-ny gesprochen habe, sehe Er nur das Fräulein von Crc-guy, auf die Seine Wahl fallen könnte, indem jeder-mann die Häuser Bonne, Blanchefort und Agoust alszu dem gemeinsten Adel gehörig ansehc, ob sie gleichsonst sowohl durch große Bcyspiele von persönlicher Ta-pferkeit als durch glänzende Würden ausgezeichnet wa-ren.