Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
579
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Dies mahnt uns au Krieg und Kriegsnolh. Das Volk soll gezähltwerden, die Streitbaren will man wissen und versammeln; manstellt sich die drängende Nolh des Augenblicks, vielleicht nach einerNiederlage, vor einem drohenden Sturme vor, das Wogen der Ge-miither zwischen banger Sorge und dem Entschluss zum äusserstenWiderstand mit allen Kräften. In dieser Aufregung des Gemütbs,etwa nach schwankender Berathung, vertheilen sich die Entschlos-senen durch die schweigende Nacht, um alle Helfer zu zählen undzu werben. Es könule ein Chorsatz werden, der in seiner unheim-lichen Regsamkeit, in der sich unabsichtlich verralhenden Angst undSpannung, selbst in der Zerstreuung seiner Stimmen einen tief wah-ren und lebensvollen Moment vor die Seele führte.

Wir wollen noch einmalzugeben, dass dieses Katechisirendes Textes nicht für Jedermann nöthig zu lehren und zu lernenist. Allein von der andern Seite wird auch nicht verkannt werdendürfen, dass so mancher unlebendig aufgefasste Satz nicht aus man-gelndem Talent verfehlt worden ist, sondern weil man so vielfachversäumt hat, sein geistiges Auge für dichterische Auffassung des -Gegenstandes zu üben.

Uebrigens wird uns Niemand missverstehn dürfen und etwaabsichtlich ungünstige Texte wählen, um sie erst künstlich zurechtzu legen. Man soll nicht leichtfertig und gleichgültig das ErsteBeste ergreifen, aber auch nicht allzuwählerisch sich die Frischeund Wärme zur Arbeit verderben, ehe noch die Arbeit selber be-gonnen hat. Die oben betrachteten Texte geben nur einen Belag,dass man auch ungünstigen eine vortheilhafte Seite abgewinnen,künstlerisches Leben einhauchen könne. Besser sind bessere.

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