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oder vielmehr geradezu aufgehoben , sobald unsre Naturinstrumenleebenfalls zu Allerweltsleulen abgeschlilFen werden, die sich überallund zu allerlei gebrauchen lassen und dann auch, wie die Menscheneben sind, gebraucht und verbraucht werden*). Dass dies wirklichder Gang der Sache geworden, ist aus den neuern und neuestenWerken , besonders der französischen und italischen Bühne (und denihr zugevvendelen deutschen) leider auf das Unwidersprechlichste zubeweisen.
Nun aber hängt sich an diese nächsten Folgen noch einedritte, die uns eben so bedenklich scheint. Wenn nämlich derKarakter der Naturinstrumente durch ihre Ventilisirung gebrochenund durch unbeschränkte Verwendung geschwächt worden: so bleibtdoch für jeden Komponisten das Bediirfniss hervorlrelender Glanz-und Machtmomenle bestehn. Das kann dann nur durch den Zuzugneuer Instrumente in den Chor der Bleche befriedigt werden undhat Anlass gegeben zu der Einführung des vollständigen Ventil-chors, in dem man die hohen Kornetts (in B) als Diskant (Dis-kant-Tuba) die Es - Kornetts als Alt (Alt-Tuba) das chromatischeTenorhorn als Tenor (Tenor-Tuba) die Bass-Trompete als Bass(Basstuba) den Tenorbass als Bariton, die Tuba als Kontrabass-In-strument ansehn kann. Aber eben diese vollständige Organisationim Verein mit der Umgestaltung und Abschwächung des Blechka-rakters macht diesen Chor dem der Rohr- oder Holzblasinstrumentezu ähnlich und schwächt nicht blos die Wirkung des letztem, son-dern auch den Gegensatz im Karakter beider Chöre. Auch in die-ser Hinsicht ist also das Karakteristische zurückgesetzt oder ge-schwächt, das Materielle auf Kosten des Geistigen begünstigt wor-den. Und das Letztere nicht einmal in vorteilhafter Weise. Einreicher Chor von Trompeten ist das Glanzvollste, — mit Posaunenund Pauken unterstützt, das Machtvollste und Herrlichste, was dieMusik an Orchestermitteln aufzubieten vermag; der Zutritt derTuben und andern Ventil- oder Klappeninstrumente verdunkelt denGlanz und stumpft die Macht des Eindrucks ah, — er wirkt, wie dieDegenscheide, wenn sie die blanke scharfe Klinge umschliesst.
Dass übrigens Veulilinstrumente in einzelnen Fällen**) die giin-
') Man könnte hier einwenden, dass es ja vom Komponisten abhängig bleibt,sich der unzeitigen oder zu häufigen Anwendung zu enthalten. Aber um ebenso viel giebt er dann die Vortheile der Ventilisirung auf; will man sich erstzu dieser allerdings ralhsamen Enthaltsamkeit verstehen, dann wird man nochweniger um kleiner und zweideutiger Einzelgewinne willen die Instrumente ab-schwächen und verdunkeln lassen.
”) Hier muss wohl zunächst unterschieden werden zwischen solchen Ven-tilinstrumenten, die neu zu dem frühem Orchester zutreten, (den Kornetts,den chromatischen Tenor- und Tenorhasshörnern, den Tuben und nach Belieben