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im natürlichen Zustand — und wie schwer und unvollkommen dieLücken ausfüllbar sind. Man wollte ihnen einen eben so vollstän-digen Tongehalt geben, als den andern Blasinstrumenten, wenn auchin engern Gränzen, — und hat dabei ihrer Grundkraft Abbruch ge-than und ihrem Karakter eine mit ihm selbst im Widerspruch ste-hende Ausweitung ertheilt. Dies hat nun gerade die entschieden-sten Karaktere, die Abschwächung hat gerade die Organe höchsterKraft, die Mittel der höchsten und letzten Entscheidung betroffen.Dafür bieten sich diese Mittel jetzt für jeden beliebigen Moment darund werden gar gern für jeden augenblicklichen Einfall benutzt.Dies hat zunächst zweierlei Folgen.
Erstens werden den modifizirlen Instrumenten Gedanken zu-crtheilt, die ihrem zwar abgeschwächten nicht aber ausgetilgten Ka-raktcr widersprechen; das Waldhorn klemmt sich in Fagottwindun-gen herum, die Trompete spinnt wie Herkules bei Omphale irgendeine schäferliehe oder sentimentale Lied- ohne -Worte-Melodie ab,etwa in Gmoll, oder in einem Zwölftonartenliede.
Zweitens wird durch das Eindringen der entscheidendenKräfte in jeden beliebigen Moment grösserer Kompositionen die Ar-chitektonik, diese hochwichtige Maassnahme für die Wirkung imGrossen, in den Grundfesten erschüttert. Wer unsre grossem For-men (Fuge, Rondo, Sonatenform) in das Auge fasst, erkennt, dassnach der Grundidee dieser Formen die Hauplmomente des Inhalts,in denen sich derselbe am hellsten, entschiedensten, kraftvollstenausspricht, auf die Hauplmomente der Modulation, zunächst auf denHauptton fallen ; hier bedarf es der gesammelten und in sich gefe-steten Kraft, hier bieten sich jene mächtigsten Naturinstrumente zurgeradesten und klarsten Mitwirkung an und entscheiden durch dieGipfelung der Massengewalt, oder durch die heroische Helligkeitoder irgend eine andre herrschende Eigenschaft ihres eigenthiimli-chen Wesens. Auch anderswo können sie dann noch mitwirken;dies geschieht indess beschränkt und in einer gewissermassen ver-wegnen Weise, indem irgend einer ihrer Töne zur Grundlage einesfremdem Modulalionssitzes oder zu einem scheinbar willkiihrlich ge-wählten Bestandlheil einer fremdem Harmonie wird. Aber auchhier zeigen sie sich dann ihrem Karakter gemäss, nur von einerandern Seite, bald gleichsam gewaltsam, bald fremdartig sich inVerhältnisse mischend, die ihnen nicht ursprünglich zugewiesen wa-ren. So findet mithin der einsichtige Komponist überall Anlass zuden naturgemässesten, treffendsten, geistreichsten Kombinationen;die materiale Beschränkung selbst schlägt um in geistige Bereiche-rung ; — abgesehen davon, dass ihm für ganz besoudre Fälle dop-pelte Besetzung oder Wechsel der Stimmung im Laufe der Kom-position zu Gebote steht. Dieses ganze Verhältniss wird geändert