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4 (1851)
Entstehung
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öfters die schwächere Besetzung noch von Einfluss scheint; wahr-scheinlich würde er seine Flöten nicht so oft mit den Geigen, dieBratschen und Fagotte nicht so oft mit den Bässen haben gehn lassen,wäre sein Streichquartett hinreichend stark, wie das unsrige,besetzt gewesen. Es genügt dieser Hinblick (zu dessen Schlussnur noch der andre vollendete Meister in der Instrumentation,Beethoven, zu nennen ist) um wenigstens nachdenklich zu machenüber den Erfolg eines ohne Vorbereitung und Leitung unternomme-nen Parliturstudiums.

Haben wir die Verweisung auf eigne Beobachtung und Parti-lurstudium ohne weitere Lehre unzureichend befunden, so möchtenwir die auf eigne Versuche mit dem Orchester fast grau-sam schelten. Wo hat denn der junge Musiker Gelegenheit, so vielVersuche mit dem Orchester anzustellen und wie oft soll er sichdenn vor den Ausübenden blosslellen und ihre Geduld missbrau-chen, ehe er nur einigermassen feststeht? Und wie soll er, bevorer eine gewisse Sicherheit und Reife erlangt hat, unbefangen überdie Wirkung an seinem eignen Werk urtheilen ? wie oft wird erdie Fehler der Instrumentation dem Gedanken seiner Kompositionbeimessen oder umgekehrt die Ungeeignetheit seiner Gedanken fürdas Orchester der Anordnung des Instrumentale, oder gar der Aus-führung! wie oft wird die von einer Aufführung besonders für denAnfänger unzertrennliche Aufregung ihm die Schwächen und Feh-ler der Instrumentation verbergen ! Wie zweifelhaft wird ihm beiwirklich entdeckten Schwächen der Sitz des Fehlers und die Weiseder Verbesserung bleiben!

In der That haben wir vielleicht nur darin Unrecht, die Noth-weudigkeil einer gründlichen Anleitung erst noch des Beweises be-dürftig zu achten ; sie kann nur von unerfahrnen und unbedachtenLehrern verkannt, oder nur, um die Schuld der Vernachlässigungabzulehnen, bestritten werden.

Diese Anleitung kann sich aber nicht auf blosse Miltheilungenüber das Vermögen oder auch den Klang der Instrumente beschrän-ken, sie muss die Verknüpfung und Verschmelzung derselben auf-weisen, in die Praktik selbst eiuführen, den Jünger in der Inslru-mentenwelt eben so heimisch machen und zur Herrschaft erheben,als die Formlehre in der Formenwelt. Die Organe des Orchestersmüssen unmittelbare Organe seines eignen Geistes werden; er mussin ihnen leben und aus ihnen heraus schaden, nicht ein abstraktErsonnenes hinterher ihnen anpassen und aufdringen wollen. Diesehohe Aufgabe, die bisher nur von zweien unsrer Meister, vonHaydn und Beethoven, vollkommen gelöst scheint, darf nichtjahrelangem Suchen und Versuchen, mit dem jeder gleichsam vonNeuem anlangt, überlassen bleiben.

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