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Wenn sich dies schon bei dem selbständigen, unvcrmischtenGebrauch der Orgel fühlbar macht: wie viel mehr wird es empfind-lich werden, wenn neben der unlebendigen Orgel lebenvollere, —wir möchten sagen, gemüthvollere Organe, Orchester und Gesangwirken und ihre biegsamen, verschmelzenden Töne, ihre vollkommneBetonung, Schatten und Licht ihrer Forte- und Piano - Sätze, ihreausdruckvolle Melodik uns gleichsam zwingen zum Vergleich, unsdas Hineindichten von tieferm Ausdruck, den das Orgelspielnicht giebt (S. 38) unmöglich macht! In solchem Verein lebendi-ger und starrer Stimmen muss Leblosigkeit der letztem doppeltungünstig empfunden und muss — was das Uebelsle ist — die ge-müthansprechende Lebendigkeit der andern Organe gestört werdendurch das Eindringen des Leblosen. Den wachen Sinn trifTt dabeiein Eindruck, als wenn sich, etwa durch einen Zauber, Steinbilderin den beseelten Reigen Lebendiger mischten.
Hierzu kommt noch ein Zweites. Soll irgend ein Organ zurWirkung kommen, so ist es vernunftgemäss, es — wenn auch nichtimmer, doch öfters, oder endlich einmal — in seiner wahren Kraftund Schöne geltend zu mache. Dieses natürliche Begehr muss mansich hei der Orgel in ihrem Verein mit.Orchester oder Chor ver-sagen. Die Herrlichkeit und wahre Macht der Orgel beginnt (S. 32)erst mit ihrem Vollklang. Das volle Werk oder wenigstens einestarke Registratur, die den eigentlichen Orgelklang hervortretenlässt, — dies in breiten, ruhig geführten Massen, das ist ihre eigen-thümliche Wirksamkeit; hier ist sie das hoch würdige Organ derKirche, allen andern Instrumenten weit überlegen, durch keines zuersetzen oder zu erreichen.
Aber eben in solcher Weise kann die Orgel im Verband mitandern Organen nicht angewendet werden. Das stärkste Orchesterund der grösste Chor würden den Vollklang oder auch nur starkeRegistraturen eines nur mässig starken Orgelwerks nicht ertragen;sie würden von ihm verschlungen, oder doch so zermürbt werden,dass ihre Wirkung kleinlich erschiene. Man muss daher, um dieOrgel nur überhaupt gebrauchen zu können , sie ihrer eignen Kraftund Würde berauben, muss sie herabselzen zu einem schwächernOrgan, als die Masse der übrigen Organe. Dies ist eine wohl ohneWeiteres eben so klare als traurige Nolhwendigkeit. Zum Ueber-fluss vernehme man als Zeugniss die Vorschriften eines erfahr-nen Organisten, über die man wenigstens nicht weit wird hinausgehen können. Seidel*) räth, zur Begleitung der liturgischenGesänge „im Manual zwei auch drei 8füssige, im Pedal eine 1(5- und
*) S. 141 seines angeführten Handbuchs.