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ander, — irgend ein Streit zweier gegen einen dritten, oder zweierunter einander, während der Dritte betrachtend , begütigend , aufrei-zend hinzutritt, — dies sind Momente, in denen versohiedne Indi-vidualitäten, jede sich selbständig erhaltend und bewährend, dochdurch ein zusammentreffendes Interesse oder durch einen, jede Partienach ihrer Seite hin interessirenden Widerstreit zu einer einheit-vollen Wechselwirkung verbunden werden. Fehlt diese verneinendeBeziehung, so können einzelne Personen sich nach einander aus-sprechen , aber es ist kein innrer Grund vorhanden, sie zusam-mcnzuhringen und ihrem Verein würde die Kraft wahrer innrerEinheit fehlen. Ein Beispiel giebt Goethe’s Gedicht „VerschiedneEmpfindungen an einem Platze.“ Hier tritt zuerst „das Mädchen“auf, entzückt und erschreckt vom Anblick des Geliebten, — dann„der Jüngling,“ die Geliebte sehnsuchtsvoll suchend, —dann „derSchmachtende,“ der, „verkannt von der Menge,“ die Einsamkeitsucht für sein Leiden, das doch auch sein Glück ist, — zuletzt„der Jäger,“ der Jagdbeute froh. Die beiden ersten Personen kannman sich noch in Beziehung zu einander denken, nur dass diesenicht in einem einigenden Augenblick hervorlrilt und zur thätigenWechselbeziehung wird; die dritte — und noch auffallender dievierte Person bleiben von jeder Beziehung zu den vorigen und untereinander ausgeschlossen. Es ist dies also eine Reihe von vier Gedich-ten, nur durch die lockere Vorstellung aneinandergehalten, dass diesevier Personen (und möglicher Weise noch viele andre) zufällig nacheinander dieselbe Stelle — etwa im Walde betreten und sich daeine jede ihrem eignen Interesse überlassen haben. Der Komponistwürde hier so wenig eine innre Einheit erhalten, als der Dichtersie bat geben wollen; ja er würde, wenn er die vier Personen ineinem Moment musikalisch vereinigte, ihre Stimmen mehr oder we-niger verwebte und verband’, unvermeidlich Worte und Karaktercdurch einander wirren und einander gegenseitig störend und ver-dunkelnd machen.
Wenden wir uns nun von dieser gemeinsamen Vorbestimmungan die einzelnen Formen, so ist
1. Das Duett
die einfachste derselben, und desshaib zuerst zu betrachten.
Im Duett treten zwei Personen zu einander, haben also jedesich als selbständige, eigenlhümliche Person, — zugleich aber auchals zwei Personen, deren Interesse in einem Moment und Zeitpunktzusammentrifft, zu bewähren. Diese beiden Foderungen können in