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4 (1851)
Entstehung
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der mannigfachsten Weise erfüllt werden und hiernach bestimmtsich Inhalt und Form des Duetts.

Wenn z. B. in Mozarts Titus die beiden Freunde in fol-genden Versen

In deinem Arm zu weilen,

Freund, welche Seligkeit!

Lass Glück uod Schmerz uns theileu,

Voll treuer Zärtlichkeit.

die ihnen gemeinsame und ganz gleiche Empfindung aussprechen: sokonnte es schon genügen, beiden die Verse zu gleichzeitigem Vor-trag und ohne alle Individualisirung, also in homophoner Zweistim-migkeit zu geben; dann wäre die Komposition ein zweistimmi-ges Lied geworden. Mozart ist nur einen Schritt weiter gegan-gen. Nachdem er das Ganze in einfacher Liedweise vorgestellt,vertheilt er die Worte

Lass Glück uud Schmerz uns theileu voll treuer.

unter die einander ablösenden Stimmen, die daun im nächsten Wortewieder zusammentreten und durchaus liedmässig zu Ende gehn Beider vollkommnen Einigkeit der Personen und Interessen genügte dieseflüchtige- Unterscheidung.,

Eine fast gleiche Aufgabe stellte sich demselben Komponistenin dem Duett des Annio und der Scrvilia. Auch hier sind es zweiinnig verbundne, in Gesinnung und Stimmung verwandte Personen,die das Duett vereint. Annio beginnt:

Ach verzeih, du Auserwählte,

Diesen Namen meinem Munde,

Noch gewohnt von unserm Bunde,

Ihn mit Wonne dir zu weihn.

Servilia entgegnet in gleicher Stimmung und daher in derselbenMelodie.

Ach, hör auf mein Herz zu quälen *),

Du, der Erste dem ich brannte,

Den ich mein auf Erden nannte,

Du wirst auch der letzte sein.

Nur eine leise Färbung des Orchesters (die Melodie wird beiAnnio vom Fagott, bei Servilia von der Flöte begleitet) unterschei-

) Manche Unebenheit, die sogar die Auffassung Mozarts bisweilen zweifel-haft machen könnte, gehört dem untergelegten Text an und ist im Originaltextnicht vorhanden.

Marx, Komp. L. IV. 2. Aufl.

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