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4 (1851)
Entstehung
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Partien auf einander zu häufen, weil damit Haltung des Ganzen undNachdruck des Einzelnen gleichmässig gefährdet werden.

Hierauf muss die allgemeine Lehre, wenn sie nicht in abstrak-ten Vorschriften zum Unrecht oder zur Nichtbeachtung gegen denInhalt der Kunst sich verirren soll, sich beschränken; alles Nähereüber die Anlage der Scene hängt vom Inhalt und den Verhältnissender besondern Aufgabe ab und kann besonders in dramatischen Auf-gaben wo allerdings die Handlung auf der Bühne erläuternd undanreizend mitwirkt weit von dem oben Angcdeuleten abweichenund darüber hinausgehn. Dass übrigens auch in nicht-theatralischenScenen sehr weit gegangen werden kann, zeigt die Scene Ah per-fido von Beethoven und noch mehr das Monodrama ,,Ariadneauf Naxos von Haydn; das letztere besteht eigentlich aus zwei aber durchaus zusammengehörigen Scenen.

Dies sind die wesentlichen Formen der Arie. Ist dieselbe leich-tern Inhalts und beschränkt sie sich auf eine einzige Form (mei-stens Rondoform) so wird sie

Ariette

genannt. Ist sie sanftem, stillen Inhalts und wieder auf einen(meist wohl liedförmigen) Satz in langsamerer Bewegung beschränkt,so erhält sie bisweilen den Namen

Kavatine,

dessen Anwendung aber oft ziemlich willkührlich geschieht*).

VVird ein Theil der Arie, meist der aus dem letzten Salze(Haupt- oder Seitensatz) zum Schluss führende, zu Passagen undRouladen benutzt, in denen sich die Kehlfertigkeit des Sängers zei-gen soll, so heisst die Arie

Bravourarie,

wird in der Arie ein obligates Instrument zu besonders glänzendem,gleichsam mit der Singstimme wetteiferndem Spiel verwendet, soerhält die Komposition den Namen

konzertirende Scene oder Arie,

) Der Name hat seinen Ursprung und seine bestimmte Bedeutung in dervor-mozartischen Periode, in der die Arien (besonders die Opernarien der damalsherrschenden Italiener, Händel, Gluck u. A. hatten sich schon frei zubewegen gewusst) meist einen ganz bestimmten Zuschnitt hatten. Sie bestan-den nämlich (wie z. ß. die in Grauns Tod Jesu) aus einem ersten Satz (Alle-gro) und einem zweiten (Adagio, Andante) nach welchem der erste Note fürNote wiederholt wurde. Eine Arie nun, die sich auf den ersten Satz (also ohneAndante und Wiederholung des ersten Satzes beschränkte, hiess Ariette, diesich nur auf den zweiten Salz (ohne die Allegros) beschränkte, hiess Cavataoder C a v a l i n e.