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4 (1851)
Entstehung
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(mol oll eil- oder fantasieartige Th. III, S. 510 und 335) Verknü-pfung aller Formen zu grossem Ganzen.

Diese Formen sind jetzt durcbzugehen.

Dritter Abschnitt.

Oie Arie.

Die ersle der neuen Formen ist die der Arie. Sie gehl ausder Liedform und dem Grundgedanken des Lieds hervor.

Die Aulgabe der Liedkomposition ist (Th. III, S. 421) im We-sentlichen, die allgemeine Stimmung eines dazu geeigneten Gedichtsin einer einfachen Liedform feslzuhalten und auszutönen. Diese Stim-mung kann allgemeiner oder näher bestimmt sein, es kann z. ß.das Gefühl der Zärtlichkeit oder Freude ganz allgemein gefasst, oderein besondrer Anlass und damit eine bcsondre Färbung der Stim-mung z. B. die Zärtlichkeit eines Abschieds, die Freude amWiedererwachen der Natur zum Ausdruck gebracht werden; überallhat cs die eigentliche Liedkomposilion zunächst nur mit dieser Stim-mung und ihrem Ausdruck im Allgemeinen zu ihun. Dies ist dasHauptsächliche und der besondre Ausdruck dieses und jenes dich-terischen Zuges oder des einzelnen Wortes wird entweder gar nichterstrebt oder ordnet sich doch durchaus unter. Es sind für die Auf-fassung dieser Kunstform besonders solche Aufgaben karakleristischbezeichnend, in denen es sogar unmöglich erscheint, über die Lied-form hinauszugehn. Klärchens Lied in Goethes EgmontFreudvoll uud leid vollGedankenvoll sein,

nöthigt den Komponisten unbedingt, nur die allgemeine SLimmtingfeslzuhalten; auf den besondern Ausdruck der Gegensätze, auf die-ses ,,Freudvoll undLeidvoll, auf dieseshimmelhoch jauch-zend undzum Tode betrübt einzugehn und jedes einzeln aus-zudrücken ist geradezu unmöglich und eben damit bezeichnetsich Gedicht und Komposition mit Nolhwendigkeit als Lied.

Sobald nun das Gedicht oder die Auffassung des Komponi-sten in irgend einer Beziehung mit einem festgebildeten (nicht blosrezitativischen) Einzelgesang über die Sphäre des Lieds, überdessen Allgemeinheit hinausgeht, betritt er das Gebiet der Arie.Wir müssen aber allerdings auch hier darauf gefasst sein, dass dieGräuzeu sich nicht mit abstrakter Schärfe ziehen lassen, sondernbeide Formen in einander überfliessen und erst allmählig bestimmterauseinander treten.