Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
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einige dieser Fälle kann der Verein des Klaviers mit einem odermelirern andern Instrumenten (Violine, Violoncell, Waldhorn) einenAusweg bieten* *).

Die äusserlichen Rücksichten begreifen sich von selber. Kom-positionen , die für grosse Räume und starkbeselzte Chöre bestimmtsind, wie z. B. Opern und Oratorien, fodern das Orchester. Istdies einmal in Wirkung getreten, so vermag in demselben Werkein einzelnes Instrument nur vorübergehend zu befriedigen, selbstwenn eine einzelne Partie des Werks eher einfache als Orchester-begleitung bedingte. Mozart hat dies im Ständchen, das Don JuanEiviren bringt, wohl erkannt. Er begleitet es mit der Mandolineund hat damit der Scene an sieh genügende Lokalfarbe gegeben.Allein das darüber hinausgehende, poetisch-musikalische Bedürfnisund schon das des genügenden Vollklangs fodert die Mittheilnahmedes Orchesters; das Quartett muss die Mandoline mit Pizzikatospielunterstützen**). Dass auf der andern Seite manches Werk nur

tasiebild eine plastische Objektivität nnd Anspruchsfiille aufgedrungen haben,denen es seinem Wesen und Inhalt nach fern bleiben musste.

*) Das bedeutungsvollste Beispiel ist die Sammlung ^schottischer Liedervon Beethoven (vier Hefte, neue Ausg. hei Schlesinger in Berlin) mit Begleitung vonKlavier, Violine und Violoncell, ein Werk von unaussprechbarem Kunstwerthe,das bereits Jahrzehnte voller Lieder und Liederkomponisten neben sich hat auf-kommen, vergöttert und vergessen werden sehn , und noch immer nur vonEinzelnen gefasst worden, die es dann freilich für immer im Herzen tragen. Esist zu tief und darum zu fern der oben abschöpfenden, zerstreuungslusligenMenge.

**) Wir kommen hier auf eine Bemerkung S. 447 gegen einige Momente inOpern Meierbeers zurück. Dass ein so geistreicher und feindenkender Kom-ponist nicht um des blossen äusserlichen Kontrastes willen sich aus dem vollenOrchester auf ein einzelnes Instrument zurückgezogen haben werde, nicht ohneeinen geistigen Anlass in sieh gefunden zu haben, versteht sich und ist dort an-gemerkt. Aber dieser Anlass scheint uns eben nicht ein rein dichterischer unddarum ein falscher. Wenn im fünften Akte der Hugenotten Marzell die Lieben-den in kirchlicher Form durch Trauung vermählt, dies aber nicht zum Lehen,sondern Angesichts des sie erwartenden Todes, nicht an heiliger Stätte durchden berufenen Priester, sondern in der Mordnacht, auf der Strasse, von'einemKrieger in Waffen geschieht, so fand der Komponist einen kirchlichen Momentvor, aber durch die Notb der Zeit und den Drang der Leidenschaft aus derKirche, von Altar und Orgeiklang gleichsam hinausgezerrt auf die Gasse. DieseScene begleitet er und in der französischen Partitur weit ausgedehnter, als inden Berliner Aulführungen, für die er gekürzt hat btos mit einer Bassklari-nette. Sollte ihm nicht dabei die Vorstellung nahe gewesen sein, dass die kirch-liche Handlung, wenn gleich auf uugeweihte Stätte geflüchtet und des feierndenOrgelklaugs beraubt, dass diese nur gleichsam kirchliche Handlungdurch einen G le i e h s a m - 0 r ge 1 k 1 a n g (die Bassklarinetle erinnert wohl anein sanftes Schalmei-, oder Flöten und Gedakt-Ilegister) bezeichnet werdenmüsse? Wenigstens wüssten wir keine andre Bedeutung aufzuweisen; dasInstrument und vollends die Beschränkung darauf und der ihm zuerlheille Inhalt