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4 (1851)
Entstehung
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467
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Wer sieh diesen Gegenstand reciit klar macht, wird den ßc-stimmungsgrund finden, nach dem geistig die Wahl von Piano oderOrchester zur Gesangbegleilung zu treffen ist. Drängt sich der Ge-genstand der Komposition und besonders der Inhalt der Begleitungin plastischer Fülle hervor, wollen diese Massen und Stimmen derBegleitung dem Gesang als ein Chor gleichsam wirklicher Persön-lichkeiten sich anschliessen oder eutgegentreten, will die Situationin voller gesättigter Färbung neben dem Gesang emporblühn: sowird es wohl nicht ohne Orchester gelingen. Wiegt nach der Ideedes Kunstwerks der Inhalt der Gesangpartie so vor, dass es mehreiner Andeutung als Verwirklichung des instrumentalen Inhalts be-darf, mag dieser nun blosse Unterstützung des im Gemülh desSängers sich Bewegenden sein , oder als Gegensatz zu dessen höhererAnregung oder zur Vervollständigung des psychologischen Momentsdienen, oder endlich die Situation andeuten, in welcher und durchwelche jener Moment hervorlrilt: dann ist das Klavier an seinerStelle und wird in seiner Aufgabe durch die freie Behandlung, dieein einziger Spieler selbst vor dem bestgeleiteten Verein vieler vor-aus hat, auf das Angemessenste unterstützt.

Allerdings muss sich, so gegründet uns diese Aullässung imAllgemeinen scheint, nach dem Wesen freier Kunst eine Reihezweifelhafter Fälle linden, in denen zuletzt die Subjektivität des Kom-ponisten* *) und äusserliche Rücksichten entscheidend werden. Für

im Uebrigen eifrig Strebender mit den geistigen Werken Beethovens unddas Ablenken so vieler Lehrender und Schreibender von ihnen auf andre, oft sounglaublich geringe Tonslücke unter dem Vorgeben: jene seien nicht (oderweniger) pianofortemässig, spielbar (1) oder dankbar. Eben weil in diesen Dich-tungen der Geist zum Geiste sich wendet, finden die Finger und die Moden undLaunen der Virtuosität sich nicht gerade auf den Ehrenplatz gesetzt, können aberwohl die höchste Ehre gewinnen: guteDiener des Geistes zu sein.

*) Vielleicht darf der Verf. zu weiterer Erläuterung auf eine eigne Kompo-sition hiuweisen,Nahid und Omar, eine Novelle, bei Cballier in Berlin.Es ist dies eine Reihe lyrisch dramatischer Sccnen für eine bis vier Solostim-men, mit Klavier begleitet und eingeleitet, der ein dichterischer Vorgang zumGrunde liegt. Dieser Vorgang ist dramatisch aufgefasst und dargestellt und insofern könnte das Ganze Oper oder Operette heissen. Allein die Handlung istso leicht und anspruchslos , die einzelnen Situationen sind so einfach und fass-lich; dass offenbar das Gemülhsleben der Handelnden mit Uebergewicht alsHauptsache vorlritt, Handlung und Situation sich gar nicht herausdrängen, son-dern mehr erraLben sein wollen um ihrer Rückwirkung willen auf jene inner-lichen Vorgänge, die zum Theil aus ihnen hervorgehen, zum Theil durch siebestimmt werden. Hier schien nun die Klavierbegleitung (die nichts wenigerals auf blosse Begleitung beschränkt sein will) dem Orchester durchaus vorzu-ziehen 5 wiew'obl die Komposition nicht verläugnen kann, dass dem Schrei-benden oft orchestrale Vorstellungen näher getreten sind. Der Zutritt des Or-chesters, gleichviel in welcher Zusammenstellung, würde dem flüchtigen Phau-

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