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4 (1851)
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derstand ihr keineswegs; übrigens Hess Mozart sich durch das Be-dürfniss einer gemilderten Darstellung inmitten heftiger Chorsälzebestimmen und Bach scheint durch die Absicht geleitet zu sein, dasGebet an den 3!illler zarter, weiblicher aussprechen zu lassen, alsdas an den Vater.

2. Wahl der Begleitung.

Ob ein Gesangstück überhaupt Begleitung erfodre? diese Frageist bereits S. 441 zur Erledigung gekommen. Die nächste Frageist: ob cs Klavier (oder statt dessen ein andres selbständi-ges Instrument) oder ürchesterbegleil,ung fodre oder zu-lasse? Ist diese Frage erst beantwortet, so entscheidet sich dienähere nach der Wahl des begleitenden Instruments oder der Be-setzung des Orchesters nach Wesen und Karakter der Organe unddem Sinn der jedesmaligen Aufgabe leicht.

Das Klavier (und mehr oder minder auch die andern selb-ständigen Instrumente) vermag alle Formen der Musik also auchder Begleitung darzustellen und in ihnen einen Ileichlhum an Gc-fühlsausdruek und Vorstellungen zu entfalten, der sich bekanntlichfür die tiefsten und umfassendsten selbständigen Kunstwerke aus-reichend erwiesen. Nun konnte uns bei der Prüfung dieses Instru-roenls (Th. III, S. 24) nicht entgehen, dass es an Beseeltheit desTons, an Schmelz der Melodie, kurz an Innerlichkeit (wie wirdamals den Begriff fassten) hinter den meisten unselbständigen In-strumenten wie vielmehr gegen das Orchester! zurück stehtund in der Thal mehr durch das wirkt, was es andeutet und in derPhantasie des Hörers anregt, als durch das, was cs wirklich giebt.Was das Klavier nur gleichsam verspricht, giebt das Orchester imreichsten Maasse. Schallmacht, die mannigfaltigsten Klangverschie-denheiten , die vollste Harmonie, die befriedigendste Melodie undPolyphonie, Alles ist hier in Wirklichkeit vorhanden, was dasKlavier oft nur in leisen, entfernt hinter der Wirklichkeit bleiben-den Zügen anzudculen vermag. Dies ist der gewaltige Vorzug desOrchesters. Dagegen hat aber das Klavier den höchst bedeutendenandern Vorzug aufzuweisen : dass es eben durch die Unzulänglich-keit seiner Mittel den Geist des Hörers zu milschöpferischer Thä-tigkeit aufreizt*). Es ist ein Gegensatz, wie von Traum undWirklichkeit, von Hoffen und Erfüllung. Jedes hat seine Reize.

*) Allerdings nur, wenn er dazu fähig ist. Allein auf diese Fähigkeit mussjedes dichterische Werk rechnen.Dem Vandalen sind sie Stein! hatschon Schiller von Nichtfähigen gesagt. Wie Viele diese Fähigkeit in sich undandern schlummern lassen , bezeugt die Unbekanntscbaft so unglaublich vieler,