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4 (1851)
Entstehung
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B. Foderungen der Gesangpartie an das Orchester.

Im Obigen wurde das Verhältnis von Orchester- und Gesang-partie von der Seite des erstem angesehn; es war die Frage, wiedas Orchester überhaupt beschaffen sein, wie es zusammengestelltund geführt werden müsse, um dem Gesang dienen zu können undnicht etwa statt dessen nachtheilig zu werden. Fassen wir nundas Verhältnis aus dem entgegengesetzten Standpunkte. Es fragtsich, welche Dienste der Gesang von dem Orchester dessenzweckmässige Bildung und Führung im Allgemeinen vorausgesetztfodert?

1. Verstärkung des Gesanges.

Zunächst kann der Gesang das Orchester zur Verstärkungnöthig haben. Dies ist die untergeordnetste Stellung des Orchesters;sie setzt voraus, dass aller wesentliche Inhalt der Komposition schonim Gesang enthalten und nur eine materielle Steigerung, danebenallenfalls die Leitung und Sicherung des Gesangs in Hinsicht derIntonation u. s. w. durch sicherer treffende Organe gefodert werde.Diese Verwendung des Orchesters kann in der Regel nur in mehr-stimmigen Gesangsätzen statllinden, in denen der Gesang selberauch die Harmonie enthält; befriedigen kann sie aber nur dann,wenn, (wie vorausgesetzt) die Gesangpartie nicht blos die Harmonie,sondern wirklich den ganzen wesentlichen Inhalt des Satzes in sichträgt. Dies ist in der Regel bei polyphonen Sätzen der Fall; inFugen, Figuraisätzen u. s. w. bleibt, wenn die Singstimmen sichzu voller Lebendigkeit entfallet haben, dem Orchester in den mei-sten Fällen nichts zu thun, als jenen sich anzuschliessen.

Bei dieser Verwendung des Orchesters geht in der Regel dieerste Violine, Flöte, Oboe, Klarinette mit dem Sopran, diezweite Violine, Flöte, Oboe, Klarinette mit dem Alt, Bratscheund erstes Fagott (auch das Violoncell, wenn es nicht für den Bassin Anspruch genommen ist) mit dem Tenor, Violoncell, Kontra-bass, zweites Fagott und Kontrafagott mit dem Bass; die drei Po-saunen schliessen sich, wenn der Inhalt des Satzes es erlaubt, ent-weder durchweg oder gegen das Ende des Satzes oder in allenstarken Stellen den drei Unterstimmen des Chors an. Allein ausvielerlei Gründen sieht man sich bewogen, von dieser Anordnungabzuweichen. Bisweilen vereinigt man, besonders wenn der Chornicht mit allen Stimmen beisammen ist, mehrere Orehesterslimmen(z. B. beide Geigen) zu einer einzigen, um nicht mit geschwäch-tem Orchester einzutreten oder fortzuschreiten. Bisweilen hebt manden Alt, noch öfter den Tenor (der in der Tbat, besonders wennnicht Posaunen mitgehn, am wenigsten unterstützt ist) dadurch her-vor, dass man eine der Violinen in höherer Oktave mit ihm gehen