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ihrer Kraft und naeh deren Verhältniss zur Schallkraft des Orche-sters stärker geltend. Uebersteigt das Orchester die Tonlage derSingstimme mit starken und scharfen Instrumenten, so wird um soeher eine Verdunkelung der Singstimme zu besorgen sein. Diesgilt namentlich von den gefährlichen Bläsern. Eine feine Violin-stimme mag sich über die Singslimme hinziehen, die leichte Flötekann sie in der hohem Oktave begleiten oder eine eigne höhereStimme bilden; die Oboe — ungeachtet ihre Höhe feiner anklingt,ist schon bedenklicher; die gellende Höhe der Klarinette oder garder Trompete würde die Singstimme überschreien.
Bilden die Instrumente •— namentlich die Bläser — blos Masse,so üben sie weit weniger Macht gegen die Singstimme aus, alswenn sie obligat geführt werden , — selbst wenn die hohem Stim-men der 3'Iasse die Tonhöhe des Gesangs überragen. Dies bat darinseinen Grund, dass die ausgebildete Stimme, die -Melodie, sich mehrgeltend macht, den Antheil des Hörers an sich zieht, aber auchden des Spielers, der daher leicht bewogen wird, seine Partie mitallem zu Gebot stehendem Vermögen zu voller Geltung zu bringen— und dabei die Rücksicht auf die Hauptpartie eher aus den Augenzu verlieren. In der Regel wird man daher nur eine oder nurwenige Orcheslerslimmen (und besonders nur ein oder nur wenigeBlasinstrumente) individualisiren, — wird zunächst nur die weichemdazu wählen, — wird, wenn mehrere nöthig sind, sie lieber wech-seln oder miteinander geben lassen, als unter einander und dannwieder mit der Singstimme in Gegensatz bringen.
Bedarf man stärkerer Besetzung, so wird es um so rathsamer,sie nicht fortwährend auf dem Gesänge lasten zu lassen, sondernsie auf die wichtigsten Momente zu beschränken, sie soviel wiemöglich nur da eingreifen zu lassen, wo die Singstimme Absätzehat oder wo sie in ihrer höchsten Kraft wirkt. Dasselbe gilt vonden Fällen, wo man scharf eingreifender Organe (z. B. der Oboe,der Trompete) oder einer Verwebung unter den Orcheslerslimmenbedarf.
Soll die Singstimme besonders klar hervortreten und sich durch-aus als herrschende geltend machen, so muss das Orchester nuroder meist in unterbrochnen Schlägen dazwischen treten. Als einBeispiel diene der Th. III. No. 411 mitgetheille Rezitativsatz, denman als solchen oder als Theil einer Arie sieh vorstellen mag;offenbar tritt hier, selbst wenn das Quartett durch Bläser verstärktwürde, die Singstimme freier hervor , als etwa in No. 405 desselbenBandes. Und hier wieder würde die Singstimme freier wirken,wenn sich nicht das Orchester zum Theil über sie hinweglegte;dass Gluck zu dieser Behandlung des Orchesters Grund gehabt,ist dort ('S. 400) gezeigt worden.