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zu lassen, bei denen stets unser erster .Grundsatz (S. 436) festge-jialten, der Gesang als die herrschende, das Instrumentale als diedienende, oder nur bei- und untergeordnete Partie aufgefasst wird.
1. Schallmasse.
Vor allem also darf, wie sich von selbst versteht, die Be-setzung des Orchesters nicht der Gesangpartie überlegen sein; siekann und soll nach Umständen einen kräftigen Gegensatz bilden,sie mag anstürmen gegen die Singstimme, aber sie darf sie nichtüberwältigen, wenn nicht das Gleichgewicht der zusammenwirken-den Organe aufgehoben und obenein das Wichtigere dem Unterge-ordneten aufgeopfert werden soll.
Bei der Abwägung der Orchesterkraft giebt natürlich die inThätigkeit zu setzende Schallmasse des Gesangs den Maassstab.Es versteht sich von selbst, dass ein Chorgesang volleres Instru-mentale, die Anwendung der grössten Orchesterbeselzung gestaltet,während der Gesang einzelner Stimmen mehr Schonung bei derBildung des Orchesters lodert; dass ferner viel darauf ankommt, inwelcher Weise der Gesang sich bethätigl, — ob in heftiger undstarkschallender, oder sanfterer, — ob, bei mehrstimmigem Solo-oder Chorgesang, die Singstimmen miteinander gehen und sich un-terstützen, oder getrennt wirken, entweder einander ablösend, odermit einander im Gegensätze. Eben so klar ist, dass die Sehall-kraft des Orchesters nicht blos von der Anzahl der Organe abhängt,dass vielmehr
%. die Wahl der Instrumentevon höchster Wichtigkeit ist. Eine gehäufte Masse von Bläsernmuss (S. 437) fiir die Wirkung des Gesangs beeinträchtigendersein, als die gleiche oder selbst noch grössere Masse von Saitenin-strumenten. Unter den Bläsern sind wiederum die schallstarkenund scharfklingendern, — Pikkolllöten, Oboen, Trompeten, Posau-nen drückender für die Stimme, als die sanftem, — Flöten, Kla-rinetten, Fagotte, Waldhörner. Erinnern wir uns hierbei der Ver-schiedenheit in Schallkraft und Klangweise, die die verschiednenTonlagen desselben Instruments bisweilen haben, z. B. der lasten-den und kantig sich eindrückenden Tiefe und der Zartheit und Höhe,die wir bei der Oboe wahrzunehmen gehabt.
3. Behandlungsweise.
Endlich kommt bei jeder Besetzung und Instrumentenwahl allesauf die Behandlungsweise des Orchesters an.
Legt sich das Orchester tiefer, als die Singslimme, so hat dieseden Vorlheil der hohen Tonlage, sie macht sich nach dem Maass