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4 (1851)
Entstehung
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zunächst (und vielleicht nicht gern) tiefer und reiner Offenbarungendes künstlerischen Genius harrt, als den Genuss ausgezeichneterund darum seltner und kostbarer künstlerischer Geschicklichkeit halbvornehm kühl, halb künstlerisch angeregl entgegen zu nehmen ge-neigt ist. Daher wird im Allgemeinen das Glanzvolle und Exqui-site im Konzertsalze vorherrschen, selbst da, wo (wie in Mozarts,Beethovens, Moscheies, Hümmels, Chopins, Mendels-sohns und Andrer Konzerten) das reich ausgebildete Talent desKomponisten sich zu geistreichen und kunstvollen, ja theilweis höherangeregten Ergüssen gewissermaasseu trotz der nicht künstle-risch reinen Intention erhebt, selbst da, wo (wie in BeethovensGdur Konzert, Op. 58 im Andante) der Genius sich eine Zeitlangganz der freien und reinen Dichtung zurückgiebt, die äusserlichenRücksichten auf Fertigkeit und Glanz lallen lässt und eine Zeit-lang wenigstens die einseitige Bevorzugung des Konzertinstrumentsgerechtfertigt zeigt.

Die Bedingung zum Gelingen des Konzertsatzes ist die tiefsteKenntniss des Instruments. Was wir iu dieser Hinsicht mitzuthei-len im Stande gewesen sind, kann ohne langfortgeselzte Beobach-tung und tiefeindringendes Partiturstudium gewiss nicht zureichendsein. Dagegen lasse man sich auch nicht wenn man überhauptBeruf fühlt für diese Kompositionsgattung durch die oft gehörteBehauptung zurückschrecken: es könne nur der für eiu Instrumentgünstig schreiben, der es vollkommen gut selber spielt. Wer diesvermag, hat unstreitig einen grossen Vortheil voraus; dass manaber auch ohne denselben mit Erfolg das Instrument kennen lernenund behandeln kann selbst für Konzertsatz, beweisen MozartsKonzerte für Klarinette und Waldhorn, Spohrs und C. M. v.Webers Konzerte für Klarinette und manche andre Arbeiten.Hermstädt verdankt natürlich nächst seiner eignen Trefflich-keit den Konzerten Spohrs, Bärmann (der Vater) denen We-bers bei gleicher Virtuosität die Hälfte seines Ruhms.

Hinsichts der Instrumentenwahl giebt es nunKonzertstücke für ein einzelnes Instrument

ohne Begleitung, meist in Variation-, Rondo- oder Fantasieform;ferner die Form des

Duo concertant

ohne Begleitung, z. B. für Piano und Violine, oder für Violine undVioloncell, meist in Rondo- oder Sonatenform komponirt; fernerdas sogenannte

Quatuor brillant

oder Quatuor concertant , ein wirkliches Streichquartett iu derQuartettform (S. 427) geschrieben, aber so gesetzt, dass die erste

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