Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
433
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Violine als Hauptstimme hervortritt und dem Spieler Gelegenheit zuglänzender Darlegung seiner Virtuosität bietet.

Dies sind die untergeordneten Arten der Konzertkomposilion.Das eigentliche

Konzert

bedingt die Begleitung des Orchesters neben dem Prinzipal-Instru-mente. Seine Form ist die der Sonate in drei Sätzen. Der ersteSatz oder das Allegro gestaltet sieh meist so , dass das Orchesterzur Einleitung die sämmllichen oder vorzüglichsten Sätze der Haupt-und Seilenpartie mit dem Schlusssätze ("Th. III. S. 201)' und zwardurchaus im Hauptton, oder im Hauptton und der Dominante (oderParallele) und in den erstem zurückkehrend. Nun führt das Prin-zipal-Instrument theils allein, theils vom Orchester (oder einigenInstrumenten desselben) unterstützt, die Gedanken der Hauptpartiein seiner und zwar konzertirenden Weise aus, führt ihnen auch wohlneue Sätze zu, geht mit oder ohne Orchester, meist das Erstere in die Dominante, um da den Seilen- und Schlusssatz auszu-führen und schliessl mit dem Orchester ganz nach dem Gange derSonatenform den ersten Thcil, oder überlässt (meist) dem Orchesterallein diesen Abschluss. Nun bildet sich der zweite Theil, in demdie Melodie der Sätze meist von wechselnden Orchesterinstrumen-ten gegen die Figuren und Passagen der Prinzipalstimmc durchge-führt wird; statt des Orgelpunkts tritt gewöhnlich die Kadenzdes Hauptinstruments ein, eine freiere Fantasie aus Passagenund Motiven oder Sätzen der Komposition selbst gewebt, vom Or-gelpunkt ausgehend und auf ihn zurückkehrend; endlich gestaltetsich der dritte Theil nach bekannter Form unter wechselnder oderzusammentreflender Wirksamkeit des Soloinstruments und Orchestersund das letztere schliesst. Der Einleilungssatz des Orchesters unddessen Satz in der Dominante heissen Ritornelle. Zwischenden beiden Ritornellen und dem Schlüsse des Orchesters stellt sichdie Ausführung des Hauptinstruments in zwei grossen Massen, denSolos, zusammen.

Der zweite Satz des Konzerts hat Andanteform, der drittemeist grössere Rondo- oder Sonatenform. Geber sie ist nach demschon Bekannten nichts weiter zu bemerken.

Von dieser Form finden mancherlei Abweichungen stattz. B. der Anfang des ersten Satzes mit dem Prinzipalinstrumentstatt mit dem Orchester, die in der That mehr voii der freienLaune des Tonsetzers ausgehn, als von liefern Gründen angeregtwerden. Eine bemerkenswerlhere ist die unter dem Namen

Kouzertino

bekannte Beschränkung des Konzerts auf einen einzigen Satz inMarx, Komp. I.. IV. 2. Aull. 28