Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
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giebt: das ganze Kunstwerk wird in der Person des Ausübendenein durchaus einiges und frei aus dem Moment wiedergebornes.

Das Quartett (und seine Beiarten) steht in der Mitte. VolleWirklichkeit der Befriedigung kann es nicht geben, denn jede In-strumentenklasse ist einseitig und kann nur auf eine Zeit lang, nurfür einen Theil des künstlerischen Inhalts befriedigen. Hierin stehtes dem Orchesterwerke nach. Dagegen ist es in der Innerlichkeit,Sangeskraft und dem Darslellungsvermögen seiner Stimmen demKlavier weit überlegen; unmöglich können auf diesem vier Stimmenso unabhängig von einander, so frei gegen einander geführt werden, schon jede einzelne Stimme ist im Quartett überlegen.

Diese vier Stimmen nun, das ist der ganze Reichlhum desQuartetts. Aber sie werden von den feinsten, beweglichsten, viel-seitigsten Instrumenten dargestellt und diese können ihr eigenstes,feinstes Wesen unbeschränkt geltend machen, da weder eine Be-rücksichtigung fremder Organe, noch eine vielfache Besetzung,die immer (Th. III. S. 443) grössere Gemessenheit und Einfachheitfodert in den Weg treten. Die tiefste Versenkung also in dasWesen der Instrumente und die feinste Ausarbeitung sind hierIlauptbedingung. Die erstere haben wir überall gefodert; doch isteinleuchtend , dass in Orchesterwerken mancher Irrthum durch dieMassenwirkung, dureh den reichen Wechsel der Inslrumcntirungverborgen w'ird, ja, dass sogar mit Nothwendigkeit dieses oder jenesInstrument einen ihm fremdem Gedanken in der Durchführung über-nehmen muss. Die Kunst der Ausführung darf sich ebenfalls nir-gends vermissen lassen. Aber wiederum wird sie im Orchesler-Werke vor der Grossheit und Einfachheit der Hauptgedanken oftzurücktreten, während die Gedanken des Quartetts nach der Naturseiner Organe nur ausnahmsweise gleichen Aufschwung und gleicheeinfache Macht erlangen. Seihst im Klaviersalze kann die Ausar-beitung nicht so vielgliedrig die Stimmen durchdringen, da das In-strument (Th. III. S. 22) zu mehrstimmiger Polyphonie weniger ge-schickt ist. Sie ist in der Instrumentalkomposilion in grossnrligerWeise das Eigenthum des Orchesters und in seiner Anwendung dieHauptaufgabe des Quartetts.