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Dritter Abschnitt.
Solosatz für Blasinstrumente, oder vereinigte Blas- undStreichinstrumente.
Die Aufgaben, die wir hier zusammenfassen, sind in Hinsichtauf ihre äusserlicbe Erscheinung mannigfaltiger, ohne darum fürKunst und Kunstlehre wichtiger und wahrhaft ergiebiger zu sein.
Es versteht sich von seihst, dass musikalische Sätze auch durchBlasinstrumente, jedes als Soloinstrument genommen, dargestelltwerden können. Allein die Natur der Blasinstrumente wird immerals erstes Erfoderniss das Massebilden (S. 144) ergehen und sowerden sich Solosätze für Blasinstrumente sehr eng, fast ununter-scheidbar der gewöhnlichen Harmoniemusik, wie wir sie bereits ken-nen gelernt haben, anschliessen.
Zuvörderst wird man in Hinsicht auf Zahl nnd Auswahl derInstrumente dahin zu sehen haben , dass alle oder doch die meistenvon ihnen nach Tonreichthum, Beweglichkeit und Schallmaass ge-eignet seien, als Soloinstrumenle zu wirken. — Allein welche In-strumente könnten durch die Geschicklichkeit der Virtuosen nichtdahin ausgebildet werden? Kaum wagt man es von den Paukenund Trompeten zu behaupten; die Posaune (besonders Tenorpo-saune), das chromatische Horn und die Tuba*) haben sich schonvielfältig als Solo-, ja als Konzertinstrumente gezeigt. Es fragtsich nur, ob dergleichen für einfache und machtvolle Wirkung ge-schaffne Organe, wie z. B. die Posaune nicht ihr eigenstes Wesenverleugnen müssen, um als Soloinstrumente vielleicht beinah ebenso wohl zu bestehn, als schwächere Instrumente, denen sie sich anihrer gebührenden Stelle weit überlegen zeigen. Man wird demAusübenden es nur zum Guten anrechnen, wenn er seine [Jebun-gen — auf welchem Instrument es sei — so w r eit wie möglichausdebnt, wird ihm endlich auch den Wunsch nicht verargen, ge-legentlich zu zeigen, was er und was sein Instrument vermag.Allein hiermit hat der Komponist als Künstler nichts zu thun. Alssolcher hat er ohne zufällige Rücksichten die für seine jedesmaligeAufgabe geeigneten Organe zu wählen, also für Solosatz die fürdiesen hinlänglich begabten und — geschmeidigen; und da erjedes Organ nach seinem Karakler und Vermögen geltend zu machenhat, so fehlt er, wenn er Instrumente wählt, deren Wesen demSolosatze widerstrebt.
*) Auch der Kontrabass ist schon als Konzerl-lnstrumeut aufgetreten , solein uud tliuk uud hoch, wie eine Geige — beinah.