Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
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sten angebaut, nach diesem kommt das Trio, am seltensten dasOttett*).

Soviel über die verschiednen Arten des Satzes für Solo-Streich-instrumente. In dem Wenigen, was über die Komposition zii sagenübrig bleibt, fassen wir sie alle zusammen, da die Besetzung kei-nen wesentlichen Unterschied bewirkt.

Die Form für diese Kompositionen ist in der Regel fast ohneAusnahme die der Sonate. Sie mit ihren vier Sätzen (dieEinleitung ungerechnet) von mannigfachem Karakter, mit ihrerFähigkeit, alle Gestaltungen des Lieds, des Rondos, der Fuge, derVariation, der Sonatenform in ihrem Umkreis aufzunehmen, mitden zahlreichen Thematen , Durchführungen und Durcharbeitungen,kurz in ihrer Umfassungskraft bietet dem Ergehen der geistreichen,beweglichen, vielseitigen Instrumente den erwünschtesten Kaum.Schon bei der Symphonie (S. 406) musste dies erkannt werden,nachdem wir es an der Klaviersonate gelernt hatten. Diese Erin-nerung aber an die vorangegangnen Anwendungen der Form führtuns auf die letzte hier anzuknüpfende Betrachtung.

In der Symphonie bedarf der Komponist der umfassendstenForm, um in ihr auf das Vollständigste und Reichste seine Idee zuverwirklichen. Und sie wird verwirklicht, so weit es über-haupt dem Menschen gegeben ist; alles was der künstlerische Geistan Organen geschaffen, ist bereit, dem Künstler zu dienen und seineIdee in das Leben zu führen, wie es im jetzigen Lebensmoment derKunst möglich ist und wie es eigentlich dem Künstler hätte alleinvorschweben dürfen. Denn was darüber hinausliegt, was demGeist erscheint ohne Möglichkeit des Wirklichwerdens, das ist, strenggenommen nicht Kunst, nicht Geist in leiblicher Erscheinung,obwohl es ein Höheres sein kann, als die Kunst in diesem oderjenem Zeitmoment, unter den obwaltenden Verhältnissen, odervielleicht jemals verwirklichen kann.

Die Klaviersonate steht in der Kraft der Verwirklichung weit zurückgegen das Orchesterwerk, ihr Organ kann vieles, z. B. gleich dieVerschmelzung der Melodie, nur andeuten. Aber das liegt so offenund ursprünglich in ihrem Organ , dass man sich sofort darein er-giebt und den Genuss des Klavierwerks vielleicht mehr, vielleichtwenigstens eben so weit in dem findet, was die sinnliche Milthei-lung in unsrer Phantasie und auf diesem Weg in unserm Gemülhanregt, als in dem, was sie in Wirklichkeit giebl. Hierzu kommtnoch der unermessliche Gewinn , den die Einheit der Darstellung

*) Dass die Rücksicht auf leichtere Beselzbarkeit und Ausführung wenig-stens nicht allein entscheidet, ist leicht zu erkennen. Denn von diesem Gesichts-punkt aus müsste das Trio häufiger angebaut werden , als das Quartett.