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Zweiter Abschnitt.
Solosatz für Streichinstrumente.
Der Solosatz für Streichinstrumente umfasst das Trio, ge*■wohnlich für Violine, Bratsche und Violoncell, — das Quartett oderQuatuor, für zwei Violinen, Bratsche und Violoncell, •— das Quin-tett oder Quinluor für zwei Violinen, zwei Bratschen und Violoncell,— das Ottett oder Doppelquartett, für die verdoppelte Besetzung desQuartetts zu acht realen Stimmen. Dass auch noch andre Zusam-menstellungen, — von sechs, sieben, neun Stimmen, möglich undvielleicht (ohne dass sich der Verf. gleich erinnert) schon ausgeführtworden, dass ferner hei grösserer Stimmzahl auch ein Solo-Kontra-bass zugezogen oder die Zusammenstellung der Instrumente auf nochandre Weise getröden werden kann, ist gewiss. Es kommt jedochhierauf nichts an. Denn was überhaupt von der Gattung zu sagenist, trifft alle unter ihr begriffnen Arten. Daher nennt man auchin der Kunstsprache die ganze Gattung von Kompositionenden Quartettsatz,
weil in der That das Quartett als die normale Art anzusehen istund der Satz des Quintetts, Ottetts, Trio’s u. s. w. durchaus den-selben Gesetzen folgt.
Der Verein von Streichinstrumenten für Solosatz ist in der Thatvon allen möglichen Vereinen der geschickteste, weil er durchausgleichartige Instrumente zusammenstellt, mithin die vollkommensteVerschmelzung und die gleichmiissigste Behandlung aller Stimmenmöglich macht. Weder Bläser unter sich (man müsste sich dennauf eine einzige Art, z. B. nur auf Klarinetten beschränken) nochBläser und Streichinstrumente können so durchaus Eins werden;dass das Piano sich mit den andern Instrumenten noch weniger ver-schmilzt, ist bereits S. 422 erkannt worden.
Was dem Verein von Streichinstrumenten noch besonders fürKomposition zu statten kommt, ist der Umstand, dass sie keinen sobestimmt abgeschlossnen Karakler haben (S. 248) als die Blasin-strumente , sondern sich zu den vielseitigsten Stimmungen und Dich-tungen hergeben, ja dass auch ihr Klang, ihre sinnliche Wirkungweniger befriedigend und darum nicht so schnell sättigend ist, mit-hin dem Komponisten eine weiter fortgesetzte und reicher auszubeu-tende Wirksamkeit gestaltet.
Dass übrigens vor allen Arten dieser Kompositionsgatlung imAll gemeinen das Quartett den Vorzug verdient, ist schon aus demS. 280 Gesagten zu erkennen. Das Quartett stellt den Normal-satz, die Vierstimmigkeit, dar, gestaltet aber gleichwohl, nach dem