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Wägen wir die Fülligkeiten der Instrumente gegen einanderab, so ist das Klavier nicht nur für die Darstellung der Melodie(Th. III, S. 18) bei weitem ungünstiger organisirt, als die Streich-instrumente und alle (oder doch die meisten) Bläser, sondern auch— Ton gegen Ton gehalten — an Schallkraft den meisten die-ser Instrumente (oder vielmehr allen, wenn man die Kraft den Tonfestznhalten mit in Anschlag bringt) nicht gleichkommend und muss,um diese Mängel möglichst zu ersetzen , zu einer sonst gar nichtim Wesen der Komposition liegenden Spielfülle und Vollgrif-figkeit seine Zuflucht nehmen. Hierdurch aber im Verein mitseinen ursprünglichen Eigenschaften wird, es zu einem wesentlichvon den Streich- und Blasinstrumenten verschiednen Organ, ver-schiedner von ihnen, als sie cs unter einander sind. Es zeigt sichals ein Organ, das sich zwar mit jenen Instrumenten verbinden,aber nicht verschmelzen lässt; seine Töne können zwar mitdenen der andern Zusammentreffen, aber nicht mit ihnen aushalten,ab- und anschwellen, in einander übergezogen werden.
Wenn wir demungeaehtet alle Meister von Bach bis Beet-hoven und bis auf diesen Tag mit Neigung und bisweilen mit tief-ster Hingebung diesen Verbindungen sich widmen sehen: so ge-schieht es, weil allerdings der Verein des Klaviers mit einem odermehr andern Instrumenten einen grossen Keichthum an Tonmittelndarbietet. Neben das Klavier, das zwei oder mehr Stimmen führenund durch Ve ’ ng und Figurirung kräftigen, — das volltönendund in den mannigfachsten Formen begleiten und figuriren kann,tritt nun noch ein oder treten mehrere Instrumente von überlegnemmelodischen Vermögen. Diese Masse von Stimmen voller Fähig-keit zu den mannigfaltigsten und freiesten melodischen und polypho-nen Bewegungen und Verknüpfungen lockt den Webegeist desKünstlers und lässt ihn und auch den Hörer die innerliche Verschie-denheit und Unverschmolzenheit der Organe mehr oder weniger ver-gessen, reizt auch die Erfindungskraft, die trennenden Unterschiedezu überwinden oder zu verbergen.
Dies scheint uns, wenn wir voruriheilsfrei — ungeschreckt durchdie Namen der grossen Meister und unverführl durch die Liebe,die uns so manches unsterbliche Werk auch auf diesem Felde abge-wonnen — hinblicken, die Lage der Sache. Die Verknüpfung vonPiano und Blas - oder Streichinstrumenten kann, sie als einen ein-zigen Körper genommen , nicht als ein wahrhaft in sich einiges, imGleiehmaass und in Gleichheit aller seiner Stimmen vollkommenbefriedigendes Organ gelten. Aber es ist ein, wenn nach diesenSeiten unvollkommnes, doch nach dem Ton- und Stimmgehalt rei-ches Organ. Es kommt nur darauf an, es möglichst günstig zusam-menzufügen und zu verwenden.