Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
421
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Für diese Kompositionen werden am liebsten solche Formengewählt, die Gelegenheit und Raum geben, jedes der verbundnenInstrumente nach seinem Vermögen und Karakter in Thätigkeit znsetzen. Es sind folgende.

Zuerst die V ariationform die wir bereits aus Th. III,S. 53 kennen; dann eine der grossem Rondoformeu*); danndie Form der Sonate, die Th. III, S. 201 abgehandelt wordenist; endlich die der Fantasie, die ebenfalls Th. III, S. 335 in Be-trachtung gekommen. Dass der Sonate eine Introduktion (Th.III, S. 301) vorausgehen kann, ist bekannt. Auch die Variationund das Rondo können eine Einleitung erhallen. Ist diese Einlei-tung umfassender, so pflegt man sie Fantasie zu nennen.

Dies sind nicht blos die üblichsten, es scheinen auch die geeig-netsten Formen für das Zusammenwirken mehrerer Soloinstrumente;denn sie geben schon durch die Zahl und Wiederkehr ihrer Sätzeso wie durch die Breite der Gänge und der ganzen AusarbeitungGelegenheit, mehrere Organe bald abwechselnd, bald miteinanderwirkend zu bclhäligen. Die Liedform dagegen ist zu einfach undbeschränkt, die Form der Etüde ist in der Regel wenigstens daserstere und gehört schon ihrer ursprünglichen Bestimmung nachnur einem einzigen Instrument an**). Die Fugen form und über-haupt alle durchgchends oder vorherrschend polyphonen For-men scheinen uns dagegen weniger geeignet für den Verein un-gleichartiger Soloinstrumente, da in ihnen die Stimmen gleiches Rechtund gleiche Kraft, und Geltung haben sollen und dies wenigstenszwischen einer vom Klavier geführten und einer andern von einemStreich- oder Blasinstrument vorgetragnen Stämme nicht durchge-hends zu erlangen ist.

Mag man nun auf diese Formen verzichten oder sich auch inihnen versuchen wollen , sie sowohl wie die voraus erwähntengeeignetem und üblichem sind uns schon bekannt und geläufig. Wirgeniesen daher den Vorlheil, unsre Betrachtung einzig auf dieWahl und Behandlung der Instrumente zu richten.

Was nun die Wahl der Instrumente betrifft, so nehmen wirdas eine, das Klavier, als feststehend. Mit ihm verbinden sichin der Regel ein oder mehr Streichinstrumente, oder einBlasinstrument, oder auch ein Blas- und ein Streichinstrument,möglicher Weise deren mehrere. Alle diese Kombinationen sindschon versucht worden.

Der Rondoforin gehört bekanntlich auch die Form des alla Polaren, oderder Polonaise brillante , conc.ertante u. s. vv. an.

**) In neuester Zeit hat der geist- und talentvolle F. Hi Iler Etüden fürVioline und Piano (hei Gultcntag in Berlin) herausgegeben.