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Wir haben schon oben bemerkt, dass die Töne der Streich-instrumente in der Regel durch den Anstrich der Saiten mit demBogen hervorgebracht würden. Ausnahmsweise geschieht es aberauch durch Anziehen und Loslassen mit dem Finger, in derselbenWeise, wie bei der Harfe, Guitarre u. s. w. Dieses Gerissenwer-den der Saiten wird
pizzicato ( pizz.)
genannt.
Kehren wir nun zu der vornehmlichen Behandlung der Streich-instrumente zurück, so steht schon durch diese, ahgesehn vom Fla-geoleltspiel, jedem Streichinstrument vom Ton seiner tiefsten Saiteaufwärts eine durch mehrere Oktaven reichende, vollständige Ton-reihe zu Gebot. Jeder Ton innerhalb dieser Reihe ist vollkommensicher und rein zu haben; — Tonfolgen aller Art kann das Streich-instrument ungleich zahlreicher und meist sicherer und leichterhervorbringen, als die Blasinstrumente; — in allen Tonarten kannes sich mit überlegner Leichtigkeit bewegen; — den einzelnen
gleichsam abgeschnillen , ausser Thcilnahme und Thäligkeit gesetzt; es ist nichtmehr die Saite a—b, sondern die Saite (das Saitensliick) a—c schwingungsfäbig;das Saitenstück c—b ist gehemmt, gleichsam nicht vorhanden.
Legt man aber endlich den Finger au irgend einem Punkte, z. B. in der Mitteder Saite hei c, —
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nur leise an, so schneidet man die Schwingungen hei c nicht ab, wohl aber hindertman die Saite, in ihrer Ganzheit (wie im ersten Falle) zu schwingen; die Schwin-gungen brechen sich am berührten Punkt und es schwingt jede Hälfte der Saite,a—c und c—b, gleich zwei hesondern Saiten, jedoch gleichzeitig, für sich.Folglich vernimmt man dann die Oktave des Tons, den die Saite a—b gebenwürde, von der Hälfte a—c und von der andern Hälfte c—b angegeben. Legtman den Finger auf einem Viertel der Saite an, z. B. hei d, —
so theilt sich die Saite in gleicher Weise in vier Theile (gleichsam in die beson-dern Saiten a—e, e—c, c—d, d—b) und giebt die zweite Oktave des vona—b gegebnen Grundtons. Legt man den Finger auf einem Drittel, z. B. bei e
an, so zerlegt sich die Saite in drei Theile und giebt die höhere Quinte (Duo-dezime) des Grundtons. Dies ist die Tonerzeugung des Flageolettspiels, dem übri-gens noch andre Töne ausser den hier angegebnen zu Gebot stehen.
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