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Die Schärfe der Oboe wird umhüllt und gemildert durch diedicht darüber liegende Flöte und den Gegensatz der weichen, erstbei dem höchsten Aufschwung*) der Oberstimmen heller werdendenKlarinetten. Zugleich aber schärft und würzt sie den Zusammen-klang der weichen Instrumente und kommt besonders der kühlenFlöte zu Hülfe; sie unterstützt die tiefem und mattem Tonlagenderselben mit ihrem Mark, und ihre spitzem, leicht einschneidendenTöne werden von den vollem und doch weichem der Flöte über-deckt. Nähme man statt der Oboe eine zweite Flöte, so würdedas Ganze fade und flau klingen; nähme man — wär’ es auch nurfür die erste Hälfte — statt der Flöte noch eine Oboe, so würdedas Ganze breit, herb und schnarrend , Fluss und Schmelz wärenverloren.
Daher gereicht auch die Verdopplung der Oboen durch Flötenim Einklänge (wie wir schon früher, S. 161, bei weichen undscharfen Instrumenten befunden haben) zwar zur grossem Schall-
*) Hier haben wir wieder einen Belag.fur die Ueberlegenheit des melodischenElements über das harmonische, wovon früher (Th. I. S. 507) mehrmals zu redengewesen. Der Zusammenklang von des — es — f—g in derselben Oktave oben beia ist harmonisch nicht zu rechtfertigen, aber die Stimmentwicklung eine Nolhwen-digkeil — und darum jener Zusammenklang recht.