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schiedenheit des Klangs noch bestimmter'und kenntlicher von ein-ander geschieden, als etwa die Stimmen in einem Klavier- oderOrgelsatze; folglich wird jede leichter aufgefasst und verfolgt undein etwaniger Fehlgriff oder Mangel in ihrem Eintreten oder Ab-selzen um so deutlicher und empfindlicher bemerkt. Hier haben alsounsre längst beobachteten Regeln über den Eintritt und das Aus-scheiden der Stimmen doppelten Anspruch auf Geltung.
Dritter Abschnitt.
Zutritt der Oboen.
Bei den Versuchen des vorigen Abschnitts wurden unsrer Blas-harmonie Flöten zugesellt, Aveil diese den Klarinetten am ähnlichstenund darum zur innigsten Verschmelzung mit ihnen am geschicktestensind. So gewiss das wahr ist, so liegt doch eben in der Aehnlich-keit beider Instrumentarien eine gewisse Eintönigkeit, die leicht auchMattigkeit zur Folge haben kann. Klarinetten und Flöten sind demKlange nach zu ähnlich, als dass sie sich als verschiedne Stimmendeutlich auffassen Hessen; die letztem sind — wo man sie nachihrer nächstliegenden Bestimmung behandelt — gewissermassen nurWiederholung der erstem in der hohem Oktave.
Anders stellt sich das Verhältniss zu den Oboen.
Die Oboe ist mit ihrem scharfgeschniltnen, spröden, in derTiefe härllich und herb, in der Höhe fein einschneidenden Klangvon allen uns bis jetzt zugänglichen Instrumenten, namentlich vondem üppig schwellenden Klang der Klarinetten und noch mehr vonden Flöten in ihrer weichen, runden, kühlen Klangweise durchausgeschieden. Durch sie kommt in den bisher zu gleichartigen Zusam-menhang das eine fremde, nicht in den andern aufgehende, son-dern sich behauptende und durchsetzende Wesen; sie bringt denGegensatz und weckt den Reiz.
Am nächsten steht sie, der Tonregion nach, zu der Klarinette.Diese hat die Töne der kleinen Oktave für sieh allein, ist in dereingestrichnen Oktave zwar nicht so eingreifend wie die Oboe; aberdoch nicht gar zu schwach, hat auch in der zweigestrichuen Oktaveihren günstigsten, von Grellheit und Schwäche gleich weit entfern-ten Klang, wie die Oboe in ihrer Weise ebenfalls. Dagegen ist dieFlöte in der eingestrichnen Oktave viel zu schwach , um neben derOboe in derselben Tonregion bestehen zu können; und wo sie ihreKraft gewinnt, — in der dreigestrichuen Oktave, — da findet dieOboe die Gränze ihres Wirkens.