Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
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Horn vermöge seiner überlegnen Schallkraft und der Anmulh sei-nes Klangs die Melodie; ihm zunächst tritt das erste Fagott mitseinen eindringlichen hohem Tönen; beide Stinnnpaare mischen sichso, dass der muthigere Hornklang wohl die Melodie heben kann,doch aber durch die dumpfer, gedrängter hineinredenden Fagotteeine tiefere Schattirung über das Ganze sich breitet. Den rein-sten Gegensatz hätten nun Flöten und Klarinetten (allenfalls miteinem Horn, wenn das Tonvermögen desselben genügt hätte) gege-ben : Höhe und heller Luftklang gegenüber der dunklern Färbungund tiefem Lage. Hier sollte der Zutritt des Fagotts vor allemdie Stimmung des Anfangs weiter klingen lassen und einheitsvolldurchführen; dann durfte man auch durch den fremden Fagotlklanganreizende Einmischung (S. 115) für die ohnedem zu gleich-förmige höhere Masse hoffen. Noch auffallender kann nach demBisherigen der Gebrauch der Flöten Takt 3 und 4 sein ; sie dienenals Mittelstimmen zwischen den Klarinetten, und zwar in ihrermattem Tonlage. Allein andre Instrumente für die Miltelstim-men waren nicht vorhanden. Hätten wir die Melodie der Flöte,die Mittelstimmen aber den Klarinetten geben wollen, so wäre die-selbe entweder (in der zweigestriohnen Oktave) zu unkräftig undbesonders zu kühl, zu wenig angeregt und anregend (S. 163) auf-getrelen, oder wir hätten sie zu Gunsten der Flöte in die höhereOktave legen müssen. Aber dies sowohl, wie überhaupt der Flö-tenklang wäre ihr und dem Zusammenhang des Ganzen nicht an-gemessen gewesen. Bei dem zweiten Eintritt der höhern Massehebt sich die Melodie, gleichsam aus Takt 3 und 4 heraus; hiertritt die Flöte wieder in ihre gebührende Tonlage und wird me-lodieführend (also wieder eine Abweichung von dem S. 159 ausge-sprochnen Grundsatz) während die Klarinetten als Mittelslimmeudienen.

Dass nun diese Gegensätze und Massen auf noch viel mannig-faltigere Weise sich bilden lassen, ist gewiss. Wir hätten inNo. 193 die tiefere Masse durch liefgelegte Klarinetten vergrössern,die erste höhere auf Klarinetten und Flöten, oder eine Klarinetteund zwei Flöten

(die Flöten würden freilich etwas Verblasen klingen) oder Klarinet-ten und ein Horn

Flöten.

A-KIarinette.