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4 (1851)
Entstehung
Seite
145
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also Bewegung (wie wir später noch besser erkennen werden)ein llauptelement der Komposition, Schallkraft dagegen im Ver-gleich zu Blasinstrument und Singstimme nur von untergeordneterMacht und Wirksamkeit*). Im Blasinstrument aber ist der Klangund im Verein von Bläsern der Zusammenklang, die Sehallmassevon überwiegender Kraft und Bedeutung; würde sie vernachlässigt,so träfe der Mangel ein Hauplmoment der Wirksamkeit.

Hierzu kommt noch die Ungleichheit im Klang und in der Schall-kraft der einzelnen Bläser. Klarinetten und Fagotte, Klarinettenund Hörner, Hörner und Fagotte sind einander mehr oder weni-ger verwandt oder ähnlich, doch aber jedes vom andern unterschie-den; je vereinzelter die Individuen auftrelen, desto deutlicherstellt sich der Unterschied heraus, desto weniger schmelzen sie zueinem einigen Schallkörper zusammen. Treten nun mehrere Instru-mentarien zusammen, so linden sie unter einander mannnigfache Be-ziehungen und Verwandtschaften, und die Verschmelzung erfolgt viel-seitiger; auch überwindet die vergrösserte Schallkraft die vorhand-nen Verschiedenheiten leichter und gründlicher. Klarinetten habenz. B. einen Luftklang und eine so hohe Kraft iin Anquellen, dasssie in beiden Beziehungen dem Waldhorn verwandt erscheinen.Gleichwohl wirkt bei ihnen die gleichmässige (cylindrische) Mensurdes Rohrs und das Blatt im Mundstücke dahin, dem Klang einegewisse Materialität und Begränztheit im Gegensatz zu demgleichsam in ungemessne Ferne hin erklingenden Waldhorn zuerlheilen, der sie vom Horn unterscheidet und dem Fagott näherbringt. Hörner und Fagotte wiederum stehn sich im Tongebietnahe und haben eine gewisse Weise des Klangs mit einander gemein;dagegen trennt sich das Fagott durch seine Schwäche, durch dieGedrücktheit seiner Höhe vom Horn und nähert sich durch die mate-riellere Weise seines Klangs der Klarinette. So bildet sich alsodurch den Verein der drei Instrumentarten ein vielseitigerer Bezug,in dem auf der einen Seite ausgeglichen wird, was auf der andernnicht zusammenpassen wollte.

Wenden wir uns von diesen Betrachtungen auf einen bestimm-ten Fall, den Satz No. 140, zurück: so wird nun dieDürftigkeit der ersten Behandlung wohl klar. Schon die Sehall-

*) Daher kann ein Quartett von Streichinstrumenten hohe Befriedigung ge-währen, während man vier einzelnen Blasinstrumenten unmöglich gleich ausge-dehnte Aufgaben mit gleichem Erfolg überlassen könnte. Haydn, Mozart,Beethoven haben bekanntlich sehr viele Streich-Quartette geschrieben, nieaber an Blasquartette gleicher Ausdehnung gedacht. Wenn A. Reicha in ParisQuintette für Bläser geschrieben, so hat ihn wohl zunächst seine und seinerBrüder Stellung unter den Bläsern und die Absicht, den Parisern etwasNeues zu bieten , geleitet.

Marx, Komp. L. IV. 2. Aull.

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