Wandlern Karakler. Diese verschiednen Karaktere können, wie sichvon selbst versteht, Erstens einzeln, Z wei tens unter sieh ver-einigt, sodann Drittens mit andern Instrumentklassen, z. B. denBlechinstrumenten, verbunden werden. In beiden letzlern Fällenverschmelzen sie mehr oder weniger unter einänder, oder mit denhinzutretenden Instrumenten andrer Klassen und es gehn dann dieBesonderheiten mehr oder weniger im Gesammtklang und Ge-sammtkarakter des Ganzen auf. Selbst hei dieser Verwendung inMasse wird aber noch der Karakler der Individuen je nach derStellung und Thäligkeit, die man einem jeden zuerlhcilt, unter-scheidbar — und für die Weise des Zusammenklangs milbestimmendsein; wie vielmehr bei der Verbindung weniger oder dem Gebraucheinzelner Rohrinstrumenle. Es ist daher eine genauere Auffassungder einzelnen Karaktere durchaus nothwendig.
C. Beherrschung des Tongehalts.
Das über die Struktur der Rohrinstrumente Gesagte deutet be-reits den ungleich grossem Tonreichlhum, die Vollständigkeit desTonsystems an, die wir von dieser Inslrumenlklasse zu erwartenhaben. Allein die Benutzung dieses Tonreichthums ist auch hier anmancherlei Bedingungen geknüpft, die noch dazu bei den verschied-nen Arten der Rohrinstrumente vielfach verschieden sind. Im All-gemeinen — das Besondre bringen wir bei den einzelnen Instru-menten — ist Folgendes zu bemerken.
Erstens. Alle Tonleitern (oder Theile derselben) in C.,G.,D.,F- und H-Dur sind, wenn nicht gar zu schnelle Bewegung gefo-dert wird , auf allen Rohrinstrumenten ausführbar: eben so Tonfolgenaus den Tonleitern von C -, G -, D, allenfalls E-Moll, — beson-ders aus den nicht streng methodisch gebildeten (Th. I. S. 470) son-dern fliessender und sanfter umgestalteten Tonleitern, z. B. dieser
c, d, es,/, g, a , h, c—c, b, as, g, / es, d, c
Gmoll-Tonleiter. Bedenklicher und mit minderer Leichtigkeit ausführ-bar sind Folgen aus den Tonleitern von A- oder E’sdur, H- oderEVsmoll und noch stärker vorgezeichneten Tonarten.
Zweitens. Uebermässige und verminderte Intervalle sind nicht,ohne Schwierigkeit zu erreichen, namentlich das der vermindertenSeptime. Dagegen sind grosse Intervalle — namentlich grosse Sexten,die bekanntlich enharmonisch gleich den verminderten Septimen sind—leicht ausführbar. Hier, wie überhaupt, erinnert die Natur der Blas-instrumente an die des Gesangorgans.
Drittens. Triller auf Ganztönen (dis — eis, b — as u. s. w.)sind theils schwer, theils ganz unausführbar. Ausnahme machen dieTriller mit unversetzten Ganztönen (d —c, e — d, g-—/, a — g ,