Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
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Stimmung auch nicht feststehend sein. Die Stimmung der Pauke, nachihrer bisherigen Einrichtung, fodert einige Zeit und ein wenn auchleises Versuchen; nach einer verbesserten, aber noch nicht allge-mein verbreiteten Einrichtung kann das Stimmen augenblicklich ge-schehe, also im Laufe der Ausführung selber, was nach der altern Ein-richtung nur bei einer Reihe von Pausen (10 bis 20 Takte im ^Allegromoderato) rathsam und im Allgemeinen nicht erwünscht war. Die ver-besserte Pauke lässt sich auch einen Ton tiefer stimmen, bis gross Es.

Bei der Tonarmuth des Instruments werden in der Regel zweiPauken, eine grössere und eine kleinere, nebeneinander gestelltund in die wichtigsten Töne, Tonika und Dominante, gestimmt.Bisweilen findet der Komponist sich zu abweichenden Stimmungenbewogen; so hat z. B. Beethoven im Finale der achten und imScherzo der neunten Symphonie die Pauken in die Oktave FJstimmen lassen. Bisweilen wird eine dritte Pauke gesetzt und ent-weder in die Unterdominante oder in eine andre in Folge besondrerModulation nölhig werdenden Ton gestimmt, eine Maassnahme,die nach der neuen Paukeneinrichtung überflüssig wird*). Dies sindAusnahmfälle, die man nach der Richtung der jedesmaligen Kompo-sition zu beurtheilen hat: als Regel darf wohl gelten, dass die wich-tigsten Töne, die zugleich Grundtöne der wichtigsten Akkorde und .nächslnölhigen Tonarten sind, durch das rhythmisch so mächtige In-strument noch einen bevorzugten Nachdruck erhallen.

Auch die Pauken können, wie die Trompeten, im Lauf einesTonstücks umgestimmt werden, am leichtesten in nahe gelegne Ton-stufen, z. B. aus d in c oder es. Bei der in neuester Zeit getrolf-neu Einrichtung der Pauken kann die Umstimmung, wie gesagt,schnell und sicher gesehehu.

Will man der Pauke einen dumpfern, lugubern Klang geben,so wird das Fell mit der Decke locker überdeckt (der Komponist mussdas ausdrücklich mit

timpani coperti

vorschreiben) oder was einen reinem Ton und gleichmässigernKlang giebt es werden die Schlägelknöpfe mit Gummi, Filz oderSchwamm (Anmerkung S. 52) überzogen.

Die Pauken werden übrigens ebenfalls, wie die Trompeten i nder Regel in C ( Gc) notirt, und die eigentliche Tonhöhe dannvorgeschricben. Doch geht man von dieser regelmässigen Schreibartgelegentlich auch ab, w r enn die Notirung der wahren Tonhöhe (w'ie

*) Man hat sogar in unsern Tagen zur Aufstellung von acht Paar PaukengegritTen, worüber denn hier nicht weiter zu urtheilen ist. Im vorigen Jahrhundertgaben fürstliche Hofpauker auf 14 Pauken Konzert und warfen dabei noch dieSchlägel während des Spiels geschickt in die Luft, indem sic sie ohne Taktfehlerwieder fingen.