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mehrern Liedsätzen eines Sonatensatzes einer oder der andere poly-phonen Inhalt wählen, doch bleiht im Ganzen Homophonie, dasHervortreten einer Hauptmelodie — und dann die energische Unter-scheidung der verschiednen, mehr oder weniger der Homophonieeignen Liedsätze für die Form karakleristisch und nothwendig.Kraft der Melodie ist aber gerade nicht die starke Seite der Orgel.Daher ist auch die Orgelsonate nur in der frühem Zeit, in der dieseForm sich noch nicht vollendet hatte, bald unter diesem Namen,bald (wenn sie spielvoller erschien) als Orgelkonzert fleissig gesetztworden, und hat sich weder bei den alten Meistern auf die Höheanderer Formen des Orgelsatzes erheben, noch an den Fortschrittenund der Vollendung dieser Form in der Haydn - Beethovenschen Zeitausgebreitet theilnehmen können.
Dasselbe Urtheil trifft
5. die Variation.
Wenn unter diesem Namen eine Reihe liguraler, kanonischer, fugen-hafter Bearbeitungen eines als Thema dienenden Chorals zusammen-gefasst wird: so kann, wie sich von selbst versteht, jede eiuzelnedieser Arbeiten dem Karakter des Instruments vollkommen entsprechen.Nur ist zu besorgen, dass die Gesammtheit derselben schon dess-wegen einförmig erscheinen werde, weil in ihnen allen der poly-phone Satz in seinen drei Hauptformen vorw r altet oder ausschliess-lich zur Anwendung kommt. Dann aber dürfte selten oder vielleichtniemals innre Nothw r endigkeit diese Reihe von Einzelheiten ver-knüpfen, weil jede derselben nach der ihr gegebnen Form schon einfür sich genügendes, abgeschlossnes Wesen an sich hat, das denmeist liedförmigen oder doch leichter gehalluen Sätzen der eigent-lichen Variationenform abgeht. Eben darin, dass die einzelne Vari-ation nicht befriedigt, liegt das Bediirfniss zum Fortschritt und hier-mit die Begründung und Rechtfertigung der Variationenform ; Beidesfehlt der Orgelkomposition, die aus polyphonen Sätzen bestehn soll.
Entschieden ungünstiger ist diese Form für die Orgel, wennman ihr ein Thema von freierer Liedform und ganz oder vorherr-schend homophonem Inhalt giebt; der Grund liegt in der schon er-kannten Cngeeignetheit der Orgel für homophon-melodischen Aus-druck. Wie talentvoll daher auch die Ausführung einer solchen Kom-position, wie geschickt der Spieler, und wie sehr er auch bedachtsei, der Unlähigkeit des Instruments durch alle auf demselben mög-lichen Vortragsmiltel abzuhelfen: stets, fürchten wir, wird sich dieAufgabe als eine ungünstige, das in seiner Well so reiche undmächtige Instrument gegen dergleichen Zumulhungen spröde undunge-lenk beweisen und der Erfolg kein erfreulicher, wenigstens kein voll-kommen befriedigender sein.