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4 (1851)
Entstehung
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Eine eigentümliche Form der alten Meister kann hier nichtunerwogen hleiben, weil sie gewissermaassen in das Fach derVariation eingreift; dies ist die Th. II. S. 406 besprochne Form desBasso os tinato.

Allbin wenn auch das Thema (der feste Bass) ein Satz, also lied-förmig ist, so kommt er doch nicht zu liedförmigeu Abschlüssen;und wenn er auch bisweilen homophon behandelt wird , so bildet siehdoch das Slimmgewebe vorherrschend polyphon und zu einem grossenGanzen oder zu mehrern grossen Massen aus. Es fallen also beidegegen die eigentliche Variation gerichtete Bedenken weg und es be-stätigt sich die Stellung dieser Form unter die der Fuge verwandten.Das grösste Werk dieser Gattung für Orgel, die Passecaglie vonSeb. Bach ist schon Th. II. S. 412 erwähnt worden.

Alle diese Formen, Figuration, Fuge, Liedform, Sonate,Variation können sich als

Orgeltrio

darstellen, wenn man sie dreistimmig für zwei Manuale und Pedalsetzt und die Stimmen obligat, wenigstens vorherrschend poly-phon führt.

Schliesslich ist hier noch

6. die Berücksichtigung der gottesdienstlichenVerhältnisse hei den Orgel formenzur Sprache zu bringen. Im Gottesdienst erweisen sich die Kunst-formen oft zu ausgedehnt für den Zweck ihrer Anwendung. Wie-weit dies für die erste Einleitung eines ganzen Gottesdienstes undfür den Abschluss desselben der Fall sein kann, bleibt zweifel-haft: es sollte dem Organisten wohl frei stehn oder vielmehr ge-dankt werden, wenn er ein Paar Minuten früher begönne oder spä-ter schlösse, um Zeit für ein ausführlicheres und nach seinem Er-messen befriedigenderes Werk zu gewinnen. Hier hat also der Kom-ponist, wie uns scheint, keine Rücksicht zu nehmen. Allein im Laufedes Gottesdienstes kann zur Einleitung eines neuen Gesangs odersonstigen Moments gedrängtere Form des Orgelspiels nöthig sein.Hier bieten sich die kürzern Einleitungen (Th. III. S. 301),dann statt der Fugen die Fugatos, statt der Figurationen ganzerChoralmelodien solche Figurationen dar, die sich nur auf dieerste Zeile oder einen Theil des Chorals beschränken und dannsogleich abschliessen, oder in den Choral selbst, den die Gemeinezu singen hat, überleiten. Dies alles sind aber nur Modifikationenbekannter Formen, die keiner besondern Einweisung bedürfen. DasNöthige ist darüber bereits Th. II. gesagt*).

*) Hierzu der Anhang A.