Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
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vom Komponisten für solche für mitfühlende Wesen geschaffen;selbst auf dem an sich indifferenten Klavier steht es in der Machtdes Ausführenden, sich dem wahren Gefühlsausdruck durch alle Nu-anzen der Accentuation u. s. w. wenigstens nahe zu bringen. Ueber-all ist daher die Fuge bereit, sich besondern Stimmungen hinzuge-hen und den mannigfachsten Iiarakter (Th. II. S. 260) anzunehmen;sie ist daher nur eine geeignete Form für das Auszusprechende vonvielfältig verschiednem Inhalt. Nur auf der Orgel findet sie starre,untheilnehmende Stimmen (S. 22) statt der beseelten des Orchestersoder Chors, Stimmen, die nichts können und sollen, als sich einemallgemeinen unpersönlichen Inhalt, einem Gedanken so unabänderlichwie die Satzung, zum Organ hergeben. Hier sind daher immer noch(wie sich von selbst versieht) verschiedne Themate und verschiedneAusführungsweisen möglich. Aber durch alle Verschiedenheit hindurchwird der Orgelklang und Orgelkarakter doch als Hauptsache, als dereigentlich wesentliche Inhalt sich geltend machen.

Dies zeigt sich schon bei der Vergleichung der Themate ver-schiedner Fugen, z. B. der vier in No. 11. und 12 mitgetheiltenund der hier*;

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zugefüglen. Sie sind der Ausdehnung, der Tonart, auch mehr oderweniger dem Inhalt und der Stimmung nach unterschieden; beson-ders das letztere, blos für das Manual ( manualmente) geschrieben,hebt sich durch einen Anflug von Heiterkeit und Leichtbeweglich-keit vor den andern hervor. Allein der durch alle hindurchgehendeund in allen vorherrschende Gruudzug ist festlich-feierliche Ruheund, wo es nicht die allzugrosse Kürze (oben bei a) verhindert, einegewisse beschauliche Breite, die sich bald (oben bei c, in No. 12bei a) in einem Anflug von Zweistimmigkeit innerhalb des Themasselber , bald (oben bei d, No. 11 und 12 a und b) in weiterstreckterFortführung der an sich ruhigen Motive ausspricht. Man muss dieseThemate mit andern desselben Meisters (namentlich aus dem tempe-rirten Klavier) vergleichen, die so oft mit einem schneidend karak-teristischen Zug uns in ihre Stimmung hineinreissen und fast ohne

') Aus der erwähnten Sammlung; das letzte Beispiel aus den bei Breitkopf undHärtel kerausgegebenen Choralvorspielen.

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