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zu lassen, wie dies zwei Stellen aus der sechsten Orgelsonate vonSeb. Bach
zeigen; durch die in jeder guten Orgel zu treffenden Vierfuss-Re-gister im Pedal ist es leicht, einen cantus firmus ruhig durchzufüh-ren und ihm in den Manualen die reichste Figuration entgegen zustellen , so weit die Mittel beider Hände im gebundnen Spiel reichen.
So gewiss iudess die Orgel nach Bestimmung und VermögenPolyphonie fodert, so rathsam ist es doch, hier nicht zu weit zugehn, — nicht in Häufung der Stimmen die Kraft der Komposi-tion zu suchen. In einzelnen Fällen ist allerdings die Vielstimmig-keit für den besondern Inhalt eines Werkes nothweudig bedingt oderdoch besonders zusagend; so z. B. in der bei No. 14 angeführtenDurchfugirung des Chorals ,,Aus tiefer Noth“ von Seb. Bach, inder wahrscheinlich der mächtig, wie der Nolhruf von Sturmglockenmahnende und gleich zu vielfältiger Wiederholung und Engführunglockende Anfang den Komponisten zur Sechsstimmigkeit angeregt hat.Allein in den meisten Fällen ist die Vielstimmigkeit nicht so viel-versprechend oder gar nothwendig, dass man ihr die Deutlichkeitund Freiheit der Stimmführung zum Opfer zu bringen hätte. Es tritthier nicht blos das allgemeine Bedenken gegen Häufung der Stimmen(Th. I. S. 284, Th. II. F. 397) warnend entgegen, auch das Ver-mögen der Orgel reicht nicht aus, viele Stimmen wahrhaft deutlichueben einander fortzuführen und von einander zu scheiden, da dieTöne derselben Stimme nicht verschmolzen, auch nicht (bei gleicherRegistratur) durch verschiedne Nuancirung von Forte und Piano vondenen der andern Stimmen unterschieden werden können, sondernnur der Gegensatz der Tonlage und Tonverbindung, Halteton und
Marx, Komp. L. IV. 2. Aufl. 3