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nimmermehr wird man diese Operationen mit dem Ansehwellen undAbnehmen des Orchesters und der zarten Klangwechslung desselbenauf eine Linie bringen können.
Diese Starrheit der Orgelstinime n; wird dadurch zu ihremhöchslen Ausdruck gebracht, dass bekanntlich die auf einanderfol-genden Töne nicht nur nicht verschmolzen, in einander übergeführtwerden können T wie auf Streich - und Blasinstrumenten' und. von derSingstimme, sondern auch keines Ab- und Zunehmens*), keinesWechsels von Forte und piano — ausser dem durch verschiedne Re-gistratur im Ganzen zu erreichenden — fähig sind. Jeder Orgelton,der zarteste wie der stärkste, steht starr und unveränderlichda wie eine Säule, ist bei aller elementarischen Macht oder Süssig-keit unlebendig, — während alles Lebendige im ewigen Wechselund Umgestalten, in Verstärkung oder Verhärtung und Milderungoder Schwächung, in Festigung oder Beugung begriffen ist und ebendarin, sogar im Ausdruck der Schwäche zu der es herabsinkt oderaus der es sich wieder erhebt, sich als ein Lebendiges bezeigt,, mitdem wir unmittelbar sympathisiren können, weil wir in ihm dieWechsel, den anschwellenden und sich legenden Wellenschlag, deseignen Gemiilhs wiederfinden.
In dieser Hinsicht erweist sich also die Orgel untheilnehmend,fremd gegen das e i g e n 11 i c h e G e m ü t h s 1 e b e n , das wie jedesLeben als erstes Kennzeichen inure Bewegung und Wandlung wei-set. In jeder Stimme, in jeder Stimmkombination giebt uns dieOrgel unveränderlich gleichen Ausdruck und wiederum ist jedereinzelne Ton von der ersten Ansprache bis zum letzten Hauchein unveränderlich starrer Anklang, wie sanft und süss auch seinMaterial sein mag. Es ist die ungemüthlicbe, ja unmenschliche Seitedes in andrer Hinsicht so wunderwürdigen Instruments, weil es dieunlebendige ist. Und dies mag der Grund sein, weshalb die neuereTonkunst neben den unermesslichen Fortschritten namentlich des In-strumentalsatzes und ungeachtet des unverkennbaren hohen Talentsso manches Orgelkomponisten doch im Orgelsatze nicht wesentlichweiter gekommen, sondern eher gegen die Leistung der alten Meister,namentlich Seb. ßach’s, zurückgehliebenist**). DasGemüth, üher-
*) Man hatmancherleiErfindungen gemacht, z.B. Dach-oder Thürschweller undJalousiesehweller, durch die ein die Pfeifen umgebendes Gehiiuse bald mehr baldweniger geöffnet, —Windsch weiter, durch die der die Pfeifen anblasende Wind gemin-dert werden kann, Kompressionsbälge, die den Rohrpfeifen mit frei schwingendenZungen cresc. und decresc. verleihen. Aber theils sind diese Erfindungen unvoll-kommen, theils ist der Vorgesetzte Zweck mit dem Karakter des Instruments intWider-sprueb, der dadurch wohl geschwächt, nicht aber umgewandelt werden könnte.
”) Achtungsvoll muss das Streben Schellenbergs erwähnt und im Augebehalten werden, das darauf gerichtet ist, der Orgel neue Bahnen, nähere Theil-nabmeam Gefühls- UDd Ideengang neuerer Zeit zu gewinnen, namentlich die reicher