Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
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wenn man auf einem der Manuale also mit einer Hand (oder aufjedem, oder auch auf dem Pedal) mehr als eine Stimme führt. Soist z. B. der Th. II. S. 177 unter No. 251 angeführte Choralangelegt. Die Einleitung, in der der canlus fii'mus figurirl auftritt,wird von beiden Händen auf dem einen Manual (Hauptinanual) undauf dem nicht gleich, aber ähnlich registrirten Pedal (dieses bildetdurchweg einen gehenden, an den Figuren des Manualsatzes nichtnäher theilnehmenden Bass) ausgeführt wird. Nun tritt mit einemunterschiednen, etwas hervorstechenden Register auf dem'andernManual (Obermanua!) der cantus firmus unverändert als Hauptstimmeauf, und von hier an ist der Satz für das Hauptmanual so ein-gerichtet, dass er von einer einzigen Hand ausgeführt werden kann.Das Wesentliche bei dieser und ähnlichen Kompositionen bleibt, dassgleichzeitig nur dreierlei verschieden erklingende Stimmen zu Ge-hör kommen.

Am entscheidendsten ist die Wirkung solcher Kombinationen,wenn man sich durchaus oder wenigstens für die Hauptstimmen aufeinzelne oder nur wenige verbundne Register beschränkt, weil dannder eigenthümliche Klang am reinsten hervor und mit den andernStimmen in Gegensatz tritt. Geht man weiter, so bleibt etwa nochder Gegensatz des Hauptmanuals und Pedals (oder des gekoppeltenWerks) gegen das Obermanual, also einer stärkern und tiefer-liegenden Tonmasse gegen eine minder starke und höher liegende übrig;beide sind sich im Orgelklang ähnlich und nah verwandt. Hier fehltes also an energisch ausgesprochner Karakteristik, wie im erstemFalle (wenn man auf die Massenkraft verzichtet und sich auf wenigeeinzelne Register beschränkt) an der der Orgel eignen und gebüh-renden Macht.

In der Zeitfolge kann man Stimmwechsel erlangen, indemman von einem Manual (oder Pedal) auf das andre abweichend re-gistrirte übergeht; so kann bei drei oder vier Manualen über denUmkreis des Orgeltrios der Stimmwahl, wenn auch nicht derStimmführung nach, da diese an die Zahl der Hände und Füsse ge-bunden ist hinausgegangen werden. Oder es können während desSpiels neue Register hinzugenommen, die Klaviere gekoppelt, oderdie Koppel gelöst und einTheil der Register abgestossen (zum Schwei-gen gebracht) werden. Allein alle diese Aenderungen treten ohneVerschmelzung ein: plötzlich ist eine, sind mehrere neue Stim-men da oder bisher gebrauchte still geworden, der Klang und dieSchallkraft ist plötzlich geändert und steht nun wieder starr da, biszu einer eben so unvermittelten Aenderuug. Selbst bei dem vorsich-tigst abgemessenen Fortscbreiteu von einem oder wenigen Registernbis allmählig zu vielen oder zum vollen Werk, und umgekehrt vomvollen Werk bis ins Pianissimo, wird jeder Schritt ein Stoss sein,