Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
20
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in vielen ihrer Stimmen lässt sie sich zur Nachahmung des Orchestersherbei, nur im Orgelklang ist sie eigenthiimlich und vom Orchesternicht einmal nachzuahmen*).

Noch mehr beschränkt die Organisirung des Instruments denSpieler in Auswahl und Anordnung der Stimmen.

Gleichzeitig können verschiedne Stimmen nur so weit geführtwerden, als die Zahl der Manuale und Pedale und die der Händeund Füsse reicht. Jede Hand kann auf einem hesondern Manual eineverschiedne Stimme führen (z. B. die eine kann auf dem ObermanualFlöt oder Oboe, die andre auf dem Hauptmanual Violon hören lassen)die Füsse können eine dritte verschiedne Stimme auf dem Pedal zufü-gen ; somit ist eine Anzahl von drei dem Klange nach verschiednenStimmen anwendbar. Hiermit ist die Form des

Orgelt r s i o

veranlasst, von der im folgenden Abschnitte zu reden sein wird, indem drei verschiedne Stimmen gegeneinander treten. Es können auchvon diesen drei Stimmen zwei oder selbst alle drei eine Zeitlangim Einklang geführt werden, so dass dadurch M is c h k n ge (ausder ersten und z\veiten, ersten und dritten, zweiten und dritten, allendreien) entstehen; so beginnt z. B. Seb. Bach die letzte seinerOrgelsonaten **)

is

Man. 1.

Man. 2»Ped.

mit einem Einklang der Manuale. Die Hauptsache bleibt aber dochdie Verschiedenheit der drei unvermischten Stimmen , weil man injenen Ausnahmfällen auf den zwei- oder einstimmigen Satz zurück-gedrängt wird. Ueber die Dreistimmigkeit aber kann man hinausgehn,

*) Das hat sich vor Jahren in Spontinis Agnes von Hohenstaufen klarherausgestellt, so reich der Aufwand von Blasinstrumenten und so geschickt ihreVerwendung war, mit denen Orgelklang hinter der Bühne nachgeahmt werdensollte.

**) Praktische Orgelschule, enthaltend sechs Sonaten für zwei Manuale unddurchaus obligates Pedal. Nägeli in Zürich. Neue Ausgabe von Bachs Orgelkom-positionen bei Peters, Baud I.