Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
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So bietet uns die Orgel nach Tonhöhe, Klang und Schallkrartgrosse Mannigfaltigkeit und es steht dem Spieler nur mittels des Heraus-ziebens oder Abstossens (Hineiustossens) der Register, die er hörenoder wieder schweigen lassen will, selbst im Laufe der Ausführunggrosse Abwechselung zu Gebote, die er selbst bei fortwährender Be-schäftigung beider Hände nöthigenfalls durch Zuziehung von Gehül-fen zum Ausziehen und Abstossen der Register erhalten kann und dieihm die Möglichkeit bietet, einzelne Sätze in versehiednen Gra-den der Stärke und Weisen des Klanges, nach dem Sinn eines jedenzu Gehör zu bringen. Die sinnvolle Auswahl und Zusammenstellungder Register ist daher eine wichtige Bedingung für die Wirkung desInstruments. Auch der Komponist muss damit wenigstens im We-sentlichen bekannt sein; die nähere Kenntniss der Registrirkunsthat er aus den vorgenannten Orgelbüchern und besonders durch eigneVersuche am Werk zu schöpfen.

4. Spiel iv eise.

Jedes der Manuale stellt eine Klaviatur dar, ganz wie die desPianoforte eingerichtet {wenn auch von minderer Ausdehnung) undspielbar. Nur fallen die Tasten auf den Orgelklavialuren tiefer undspielen sich , je mehr Register gezogen werden, um so schwerer (amschwersten also bei vollem Werk), so dass es schon deshalbunmöglich ist, bei gleicher Kraft und Fertigkeit des Spielers auf derOrgel so leicht und schnell zu spielen als auf dem Klavier. Fernerklingt jeder Ton unwandelbar so lange fort, als seine Taste nieder-gedrückt bleibt, und verschwindet, sobald die Taste losgelassen wird,Daher erfodert die Orgel ein weit genaueres Spiel als das Klavier.Wenn man auf lelzterm einen Gang (a)

zu kurz abgestossen spielt, so haben selbst bei sorgsam gebauten In-strumenten die Sailen doch immer einen leisen Nachhall, der denFehler des Spielers eingermassen mildert; lässt man den oder jenenFinger liegen, so tritt bei der Schwäche des Fortklingens (Th. III.S. 18) der Missklang nicht gar zu herb heraus. Auf der Orgel da-gegen wird ein Gang bei zu kurzem Anschlag durch Pausen (b) zer-rissen , bei liegenbleibenden Fingern klingt jeder Ton unerbittlichin gleicher Stärke fort und kann leicht, (wie bei c zu sehn) diewidrigsten Missstände herbeiführen. Daher muss schon der Kompo-nist dafür sorgen, dass die Hände des Spielers eine sichre Haltungbewahren können; jene weiten Spannungen von Nonen und Dezimen,jene gewagten Figurationen, die auf dem Klavier (namentlich mit