treiben? mit der Erhebung im Geiste der Völker aueb demGeiste der Kunst ein neuer Tag strahlenderer wärmendererSonne voll anbrechen?
Ich nun bekenne unverbalten und freudig: dass mir dieKunst, wie viel Wonnen sie mir auch seit der Kindheit ge-spendet, dennoch und durchaus keinen wahren Werth zuhaben scheint, als sofern und soweit sie fähig ist und gerü-stet, das Lehen des Geistes mitzuleben, den Flug der unsreZeit erhebt mitzuschwingen, die Stunde selbsttheilnehmendan ihrer Tliat mitzulehen, die der Menschheit in ihrem Vor-schreiten schlägt. Wer mit ihr die ledige Müsse vertändelnwill, der thu’ es. Wer in ihrem Kreise schauprunken will,der hab’ es. Wer am Halbschlummer jener weichseligenGefühls-Dämmermomente Genügen findet, die uns aus-schliesslich als das Gemiithvolle angepriesen werden, als dasdeutsche Gemüthsleben, — aus der thatlosen Schäferzeit,die Deutschland neben dem ehernen Gang der Weltge-schichte hinträumte, — dem sei es sammt aller Sympathieder „weichgeschaffnen Seelen 44 gegönnt. Wer seine Kunstund sich verkaufen will an die hin und her wankenden Ge-lüste der Menge, deren Schuld es nicht ist ■—- denn überall,wo die Kunst gesunken, ist sie es nur durch die Schuld derKünstler — wenn sie auf hundert Irrgängen „den unbe-kannten Gott , 44 den Verheissnen der kommenden Zeit suchtund einstweilen vom geweihten Ochsen Aegyptens zumgoldnen Kalb Arabiens tänzelt; wer das und all’ dergleichenwill und zu erlangen trachtet, dem bekomm’ es, wie eskann. Die Langweile eurer Salons, der Flitter eurer Vir-tuoscneilelkeit, eure welschen Lüste, euer Schacher mit denEffekten dreier Länder, euer schönlhuerisches Liebedienernrechts mit Klassizität und links mit Romantizismus, mit Al-