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Zweyte Abtheilung, Fünfter Band (1793)
Entstehung
Seite
394
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Mitschuldigen verwarf, die man ihm entgegen stellte, ver.warfen der Grasen von EntragueS, die Marquise von Ver.»euil und der Graf von Auvergne einer den andern mit dergrößten Geschicklichkeit.Sie verabscheuen mich,, sagte Au.vergne zum EnrraqueS, weil ich die Unordnungen meinerSchwester, und Ihre eines Varerü unwürdige Nachsichttadelte. Was meiner Schwester detrift, so weiß man,daß sie öffentlich gesagt hat, sie wünsche nichts, als Begnad»gunq für Sie, und ein Schaffe» für mich". Der Grasvon EntragueS, statt zu läugnen, daß er eine heftige Ab.Neigung gegen den Auvergne habe, rühmte sich dessen undführte den Grund an, daß derselbe, statt seine Schwesterzu beklagen, und ihre Schande, wo möglich, zu verdecken,stets der erste gewesen sey, der sie mit wehr strafbar machende»und erdichteten Umstände auSgebracht und sie noch mehr an.geschwärzt habe, indem er ihr LiebeShändel mit vielen junge»Herren schuld gegeben. Henriette endlich geriekh vor ihrenRichtern bey dem bloßen Namen ihres Bruders in Wuth.Sie beschuldigte ihn schmälicher Lügen und Verleumdungen.Er hat, sagte sie, ein böses Herz , einen schwarzen Cha.rakter, eine schlechte Gesinnung, die nicht nur der Ver-rätherey, sondern auch der Vergiftung, des Meuchelmord-,überhaupt der größten Verbrechen fähig ist". Diese Vor«würfe zeigten so viel Leidenschaft, daß eS den Richtern un«möglich ward, von der Marquise Aussage Gebrauch zu machen.

Jndeß müssen sie doch unter diesen Ausflüchten hinrei.chende Beweise gefunden haben: denn sie faßten am erstenFebruar ihr Urtheil ab. Die Grafen von EntragueS undAuvergne und ein intriganter Engländer, Morgan, wurde«zur Enthauptung auf dem Greveplatze, und die Marquisevon Verneuil zur lebenswierigcn Gefangenschaft verdammt.Ohnstreitiq erwartete der König seine alles verachtende»treffe bis zu diesem letzten Versuch. Allein sie wollte nicht, sagt«sie, daß ihr vorgeworfen «erden könnte, sie Hab» die Handgeküßt, von welcher sie in Feßel» gelegt sey. Ala sie aberdas Urtheil gesprochen sah, und daß ihr Vater, ihr Bruder,und deren Vertrauter bereit waren auf dem Schaffst« zu ster«ben, so ließ sie ohne Zweifel alle die Triebfedern spielen, die,wie sie wußte, über des Monarchen Herz alles vermochten,indem sie die Exekuzion nicht nur aufbiekr, sondern auch inder ganzen Sentenz ein« Aenderung hervorbrachtt.

Jade-