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Zweyte Abtheilung, Fünfter Band (1793)
Entstehung
Seite
395
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Indeß begnadigte der König die Häupter der Verschwö-rung nickt, ohne sich vorher durch die Bestrafung einiger ge»ringern Mitschuldigen in Sicherheit gesetzt zu haben, dieHey dieser Gelegenheit, wie fast bey allen andern, für di«großenSchuldigen büßten. Der König begab sich nach Q.nercy,Limousin und Perigord; Sülly aber schickte er nach Poi»tou und den angränzenden Provinzen. Beyde wurden voneiner gerichtlichen Deputation begleitet, deren Operationenmehr den Leuten Furcht eintagten, als sie straften. Heinrichannullirle nachher durch ei» Patent alle gegen die Marquisegeschehne rechtliche Unternehmungen, und hob durch rin Be-gnadigungsschreiben das Andenken ihres Verbrechens auf.Er ersparte ihr sogar di« Demütdigung, des ProiokollirenSWegen vor dem Parlament zu erscheinen, setzte auch die Gra-fen von Auvergne und EnlraaueS wieder in den vorigenStand, und hob die beschloßne E'nziebunq ihrer'her auf,der Engländer Morgan aber ward auf immer verbannt,EnlraqueS nach Malesherbcs verwies n» und Auvergne,in der Bastille zu bl.iben, verurtdeilk. Epernon, Monl-morency, Bellegarde , und andre am Hose, erfuhren beydieser Gelegenheit nicht die geringste Ungnade. Vielleichtbegnügte sich Heinrich daurit, sie im Respekl zu Hallen, in-dem er ihn,» zu erkennen gab daß er ihre bösin und heimli-chen Anschläge wisse, und sich davor sichern könne. Vielleichthatten sie auch an d»r Verschwörung nur einen ganz geringenAntheil. ES kann möglich gewesen seyn. daß der Graf vonAuvergne, der ihre Gesinnungen kannte, von ihnen mehrerwartete, als sie ihn batten hoffen lasse» und daß das Ge-bäude dieser Verschwörung, wie es hier nach dem VikrorioSiri entworfen ist, weniger auf festen Verpflichtungen, alsauf unbestimmten Reden und allgemeinen Versprechungen derMißvergnügten beruhte.

Nach dem nebmlichen Schriftsteller war des Königs Le-ben wirklich in Gefahr. Er berichtet, daß Heinrich, da erden Grafen von Entragueö, nachdem dieser Handel beygelegtgewesen , zum erstenmale wiedersah, ihn fragte, ob rS wahrsey, daß er, wie man ausgesprenqt, die Absicht, ihn um-zubringen , gehabt habe? Ja Sire, antwortete der Graffrey heraus, und nie wird mir dieser Gedanke auö dem Sinnekommen, so lange mir Ew. Majestät in der Person meinerTochter meine Ebre rauben w rden. Heinrich vergaß beydieser Gelegenheit, daß er Souverain »nd bedroht war. Er

dachte