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Zweyte Abtheilung, Fünfter Band (1793)
Entstehung
Seite
231
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Da niemand mehr im Zimmer war, als ka Re««ouillere und Catherine, stieß der König die Königinganz sanft an, und sagte zu ihr:Wach auf, Schlä-ferin, komm her und küsse mich und maule nicht mehr^.Denn auf meiner Seite ist all der kleine Unwille schonverflogen, aus Furcht, daß es Ihrer Schwangerschaftschädlich werden möchte. Sie glauben, Rosnyschmeichle mir bey den kleinen Zankereyen, die wir mireinander haben. Sie würden aber ganz anders den-ken , wenn Sie wüßten, was für Freyheiten er sichalle herausnimmt, mir meine Wahrheiten zu sagen.Mewohl ich bisweilen darüber in Zorn gerarhe, neh-me ich es ihm darum doch nicht übel. Ich würdevielmehr glauben, daß er mich nicht mehr liebte, wenner aufhörte mir vorzustellen, was er für die Ehre undden Ruhm meiner Person, die Wohlfahrt meinesReichs und die Erleichterung meiner Unkerthanen«thig glaubt. Denn sehen Sie, meine Liebe; eSgiebt kein so festes rechtschaffnes Gemüth, das nicht krGefahr käme ganz zu fallen, wenn ihm nicht der guteRath getreuer Diener und verständiger Freunde zuHülse käme, wo es zu straucheln anfängt. DamitSie sehen, daß es wahr ist, was ich sage; so sollenSie wissen, daß er mir seit vierzehn Tagen unaufhör-lich vorpredigt: er glaube, Sie gehen im achten Mo-nate, und ich müsse mich deswegen in Acht nehmen,nichts zu thun oder zu sagen, was Ihnen mißfälligseyn könnte, damit Ihrem Sohn nicht schade.Den» er will immer, daß es einer seyn müsse (2)."

Dieser gute Herr ward hierauf noch einschmeicheln-der gegen sie, und bat sie dann, Ihm zu sagen: warum7sie diese Nacht mit Seufzen und Weinen erwachtsey? Sie wendete sich endlich gegen Ihn und sag-te: ihre Aetrübniß sey von einem Traum hergekomr

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