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Zweyte Abtheilung, Fünfter Band (1793)
Entstehung
Seite
125
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Nicht minder gerührt war ich über das Zeugniß,das er meinem Bruder gab: er habe daö Herz de?Ultramonraner so sehr zu gewinnen gewußt, daß keinFranzose seit hundert Zähren sich in ganz Italien insolche Achtung gesetzt habe (12). Seine Ausdrückewaren voll von Lobeserhebungen und Dankbarkeit, alser auf die Höflichkeit Bethune's zu reden kam, daßdieser ihm bey seiner Annäherung gegen Rom neunMeilen weil mit dem ehrenvollsten Gefolge von Fran-zösischem und Römischem Adel entgegen gezogen sey.

Der König hatte Seinen Kardinälen vorzüglichaufgegeben, bey der bevorstehenden Pabstwahl denVorrheil der Nation nicht aus den Auge» zu verlie-ren (iz). Diese Aufgabe wurde wiederholt, alsman auö den Briefen, die ein zweycer Eilbote, deram 28. März in Paris ankam, von Rom vernahm,daß allem Anschein nach das bevorstehende Conclavewegen der großen Anzahl von Mitbewerbern um diedreyfache Krone, die man noch dazu wirklich alle der-selben würdig fände, ein wenig stürmisch werden wür-de. Indessen wurde diese Schwierigkeit so leicht undso geschwind gehoben, daß der heilige Stuhl zweenTage nach der Ankunft dieses Eilboten, nehmiichFreycagS den ersten April Abends um acht Uhr wiedermit dem Kardinal von Medicis, sonst Kardinal vonFlorenz genannt, besetzt wurde, der den Namen Leo Xk«nnahm. Die Wahl eines Verwandten der Königin,welcher gleichen Namen mit ihr führte, zeigt hinläng-lich daß Se allerchristlichste Majestät von der Ztaliä-nischen Nation gute Dienste erhielt 14?. Er bezeug-te daher auch Seine Freude darüber öffentlich, als dieNachricht davon nach Paris kam, und wollte, daßjederman Theil daran nehmen sollte. Er schrieb mir rich sollte Sein Geschütz dadey nicht schonen , und die

nöthigen