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Zweyte Abtheilung, Fünfter Band (1793)
Entstehung
Seite
102
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Nicht wahr, dadurch, daß sie in dem Gemäth ihresHerrn den Hang zu Ueppigkeit, Wollüsten und Ver.schwendung nährten, ihn alle Gesetze unter die Füßetreten, alle Ordnung aus den Augen setzen, und alleTheike der Staatsmaschine verwirren ließen? UndIch i? unterhielt den König unaufhörlich und über-all von dem Stand seiner Angelegenheiten, zeigteIhm den Gebrauch und die Bestimmung von allem,ließ Ihn Ordnung und Häuslichkeit so weit trejben,daß ich ihm über die kleinste unnöthige Ausgabe Vor-würfe machte; häufte Ihm Schätze auf; füllte SeineMagazine und Zeughäuser, und zeigte Ihm, wie ge-fürchtet von ganz Europa Ihn diefi alles machenwürde. Benimmt man sich so, wenn man, wieempörerische Untetthanen zu thün pflegen, unvermerktalle Grundsäuken der Macht des Herrn untergrabenwill? Das Betragen der Minister hat freylichimmer auch seine zweydeutige Seiten. Ich darf abersagen, daß das meinige durch nähere Beleuchtung ge-winnen mußte.

Ich konnte leicht sehen, daß der König das ganzeGewicht meiner Gründe fühlte. Ich schloß mit derinständigsten Bitte, zu glauben, daß ich Ihm von al-len Gefühlen meines Herzens keines verborgen oderbemäntelt habe, und bekräftigte Ihm mit fürchter-lichen Eidschwüren, von denen Er wüßte, daß ich sienoch nie mißbraucht hatte, und mit den Benennungen,die jederzeit der ungeheuchelte Ausdruck meines CiftrSund meiner Ergebenheit für Ihn gewesen waren. Ichwollte Seine Kniee umarmen. Er gab es aber nichtzu, damit diejenigen , welche diese Stellung vonferne sehen möchten, nicht glauben könnten: ichhabe dazu Zuflucht nehmen mästen, Begnadigungwegen eines wirklichen Verbrechens von Ihm zu erber-

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