66
Dagegen ließ sich nun nichts Mehr sagen. DerHerr Pater machte also seinen Bückling und entferntesich. Der König aber wartete den ganzen Tag verge-bens auf ihn, worüber er sich am folgenden Tag mitder Abwesenheit der Person entschuldigte, welche dieBriefe in Verwahrung hatte. Doch man mußte nocheine andre Ausflucht haben, die dem Pater nicht soleicht wurde, dafür nehmlich, warum er die Brie-fe überhaupt nicht verschaffen konnte. Cr sagte
dem König: der Kammerdiener dieses Herrn habe un-glücklicherweise diese Briefe mit andern unnützen Pa-pieren ins Feuer geworfen. In deren Ermanglungnun brachte er tausend neue Versicherungen vor. Alleinder König war nicht aufgelegt, sich mit solcher Münzebezahlen zu lassen. „Was, unterbrach Er ihn zornig,man hat diese Briefe verbrannt? DaS iss nicht glaub-lich!" Und als Er sah, daß der Pater, der wohlmerkte, daß die Sache schon zu weit hinein wäre, umnicht noch weiter getrieben zu werden, in seinen Ant-worten nichts als leere Ausflüchte machte, und zuwünschen schien, man möchte deö Geschehenen nichtweiter gedenken, wendete Er sich unwillig von ihm,ging auf mich zu, zog mich beyseite, und sagte: „Siewissen es nicht, Rosny, Ihre Briefe— sind verbrannt!
s,'*
ßl>-
W
liliN
WÄ
mb
M
^
liti?
KU
A»
I»
Ich kam nachher wieder zu Ihm, um Ihm eineAuskunft vorzuschlagen, die mir sehr geschickt schien,meinem Ankläger den Mund zu schließen. Der Kö-nig sollte nehmlich an den Bischofs von PoitierS unddie andern Beamten in dieser Stadt schreiben, undsich von ihnen alle Briefe vorlegen lassen, die sie vonmir erhalten hätten. Ich selbst wollte ebenfalls aufdie unverdächtigste Art dahin schreiben. Ich brachtealle Concepre zu diesen Briefen mit, woran der Kö-nig nichts zu ändern fand. Er ließ sogleich diejenigen
schrei-