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Brunos Sachsenkricg. Kap. 122—125.
was sie in Erfurt geraubt hatten, das alles zu Häuf fiel denUnfern in die Hände; dann kehrten sie triumphirend in ihr La-ger zurück.
123. Die aber, welche dem Schwerte entgangen waren, wasdie für Ungemach im Flusse, in den Wäldern und in de» Süm-pfen auszustehen hatten, das kann niemand glauben, wer nicht alldiese Orte mit eigenen Augen gesehen hat. Denn der Fluß hathier an beiden Seiten solche Ufer, daß an dieser Seite niemand an-ders als durch einen Sturz hinein kommen, an jener nur mit Hülfevon Gesträuch und Kraut sich herausziehen kann. Viele Flücht^linge stürzten rasch genug über Kopf in den Strom, drüben abersprangen sie vom Rücken der Pferde auf das Ufer, und suchtenmit dem Schwert am Abhang einen Halt zu gewinnen, um diePferde hinter sich aus dem Flusse zu ziehen; endlich aber durchdie vergeblichen Bemühungen erschöpft, ließen sie die Pferde imStich, warfen die Rüstung von sich, und ergriffen voll Angst dieFlucht. So hat uns also alles, was die Unstrut, an welcherwir besiegt worden sind, uns Böses angethan hat, die Elster dop-pelt an den Feinden gerächt. Denn dort haben wir durch unsereFlucht doch nur unsere eigene Habe verloren; hier aber nahmenwir den theils flüchtigen, theils erschlagenen Feinden sowohl ihrGut als auch unser eigenes, was sie vor uns entweichend, vonuns erbeutet und mitgeschleppt hatten. Auf der Flucht aber wur-den gar viele wehrhafte Männer von den Bauern mit Beilen undKnütteln erschlagen, viele adliche und erlauchte Herren von gerin-gen Lernen gefangen, viele erduldeten den quälendsten Hunger, undtrugen kein Bedenken, für ein Stück Brod ihre Pferde und Schwer-ter hinzugeben, ja wenn nur irgendwo Brod feil war, schontensie keines Besitzes sondern gaben alles fort. Wenn aber jemandvon ihnen gefangen einem biedern Manne unserer Partei zugeführtwurde, so ließ er ihn pflegen, wenn er verwundet war, und schickteihn dann geheilt, und mit Kleidern und Waffen anständig verse-hen, ohne Lösegeld in seine Heimath zurück. Man sagte ihnendamals, daß Heinrich, ihr Herr, nach den Böhmen gesandt hätte,