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Brunos Eachsenkrleg. Kap. 121—122.
im». Suchsen über kamen ihm mit einer unzähligen Menge entgegen aneinem Orte Namens Cancul', und schlugen dort ihr Lager ans,um mit Gottes Hülfe ihre Grenzen gegen den feindlichen Einfallzu schützen. Und als jenem durch seine Späher unsere Heeres-macht kund ward, der er mit seiner Macht zu begegnen sich nichtgetraute, da wandte er sich zu den Künsten seiner Bosheit, undzerstreute mit listiger Schlauheit unser Heer nach zwei Seiten,damit er dasselbe welchem er ungetheilt, seiner Kraft mißtrauend,nicht zu nahen wagte, aufgelöst im Nothfall auch anzugreifen sichnicht zu fürchten brauchte. Während er nämlich, einem Treffenausweichend, mit seinem ganzen Heere gen Erfurt zog, entsandteer die schnellsten seiner Reiter rückwärts auf Goslar zu, um einigeDörfer in Brand zu stecken und dann schleunigst zu ihm zurückzu kehren. Die Sachsen aber, welche durch ihre Späher seineRichtung auf Erfurt erfahren hatten und ihn leicht hätten einho-len oder gar ihm zuvorkommen können, sahen kaum den Rauchhinter ihrem Rücken, als sie sammt und sonders dorthin eilten,um ihn von Goslar und jenen Gegenden Sachsens fern zu halten.Jener aber vollendete den begonnenen Marsch auf Erfurt, undhatte bereits die Stadt geplündert und verbrannt, als unser Heerseiner Täuschung inne ward, und mit Zurücklassung eines großenHaufens von Fußvolk und Reitern ihm nachsetzte. Als nun dieUnfern ihm schon nahe kamen, und wahrnahmen, daß er dasBisthum Naumburg ^ zu verheeren gedachte, da kamen sie ihm mitEilmärschen durchs Gebirge zuvor, und beschirmten die Stadtmannhaft vor Verwüstung. Solches erfahrend, setzte er seinenWeg, alles mit Feuer und Schwert vertilgend, fort, und gelangtebis an die Elster, deren große Tiefe ihn wider seinen Willen nö-Oki. 14. thigte, hier sei» Lager aufzuschlagen. Doch ist es mir bei dieserGelegenheit begegnet, von verschiedenen Gewährsmännern entge-gengesetzte Ansichten zu erfahren, und ich habe nicht ergründen kön-nen, welche mit der Wahrheit übereinstimme. Einige sagten näm-
1) Vielleicht Keula, nördlich von Mühlhausen. — 2) Wo nach Eppos Tod Rudolf denBischof Günther, Sohn des Grafen Gero von Äamburg, eingesetzt hatte.