Gregors VlI Briefe an Rudolf.
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„Gregor, der Knecht der Knechte Gottes, entbietet dem KönigeRudolf und allen welche bei ihm im Sachsenreiche weilen, sowohlden Bischöfen als den Herzogen und Grafen und allen Vorneh-men und Geringen, die Lösung ihrer Sünden und apostolischenSegen.
„Da die Wahrheit selber spricht', daß aller derer, die um Ge-rechtigkeit willen verfolget werden, das Himmelreich ist, und dader Apostel uns zurufet", daß niemand gekrönt wird, er habe dennrecht gckämpfet, so wollet nicht, meine Söhne, wollet nicht er-matten in dem Kriegessturme, der euch schon seit langer Zeit be-weget, wollet nicht durch die Lügen irgend eines trügerischen Men-schen in Zweifel gerathen an unserer treuen Hülfe; sondern immermehr und eifriger gebet euch zum Schutze der wahren Kirche undzur Vertheidigung eurer adlichen Freiheit, hin der Anstrengung,welche nun bald ein Ende haben wird; erhebet euch gegen dieFeinde und machet euch und eure Leiber zu einer Mauer um dasHaus Israel. Was nun schon in zwei Versammlungen unseresSendgerichts über den König Rudolf und über Heinrich festgesetzt,und was dort zum Frieden und zur Eintracht im Reiche auch miteidlicher Betheuerung ausgemacht worden ist, das könnt ihr durchunsere Briefe und durch euere Boten, wenn sie nicht etwa gefan-gen sind, deutlich erkennen, und wenn noch irgend etwas zweifel-haft bleiben sollte, so werdet ihr das durch die Bischöfe von Metzund von Pafsau und den Abt Von Reichenau, welche noch beiuns verweilen, um das Ende der Sache abzuwarten, sobald sie zueuch kommen, unmittelbar vernehmen. Schließlich wollen wir euchnicht verhehlen, daß wir ohne Wanken, mit aller erforderlichenInständigkeit, sowohl durch anhaltendes Gebet, als mit dem gan-zem Ernste unseres Amtes, für eure Nothdurft vorsichtig Sorgetragen und fürsorglich Vorschauen."
121. In demselben Jahre, nämlich im Monat Oktober, brachteHeinrich, in aller Anstrengung des Krieges unermüdlich, wieder-um ein Heer zusammen, um in das Sachsenreich einzufallen. Die
1) Evaug. Matthäi 5, 10. — 2) Paulus II Timoth. 2, 5.
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